Rheinfelden
Es läuft rund im Veloladen – Zukunftssorgen wegen SBB bleiben

Der Veloladen am Bahnhof Rheinfelden hat einen guten Start hingelegt. Carole und Roger Märki geniessen ihren Traum trotz unsicherer Zukunft.

Nadine Böni
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Roger und Carole Märki haben am Bahnhof in Rheinfelden einen Veloladen eröffnet. Nach schwierigen Vorbereitungen scheint nun alles gut zu kommen.

Roger und Carole Märki haben am Bahnhof in Rheinfelden einen Veloladen eröffnet. Nach schwierigen Vorbereitungen scheint nun alles gut zu kommen.

Nadine Böni

«Der Start ist geglückt.» Das sagt Carole Märki, die mit ihrem Mann Roger seit einigen Wochen einen Veloladen in der ehemaligen Güterhalle am Bahnhof in Rheinfelden führt. Vor allem am Eröffnungswochenende Mitte April seien viele neugierige Besucher vorbeigekommen und hätten sich das Angebot angeschaut. «Seither ist eigentlich immer etwas los», so Märki. Und wie zum Beweis betritt in diesem Moment ein Kunde den Laden, um sein repariertes Velo abzuholen.

Für Märkis war es enorm wichtig, dass der Laden einen guten Start hinlegt. Während der Vorbereitungen nämlich lief nicht alles ganz nach Plan. Verschiedene Bauauflagen beschäftigten das Ehepaar und verzögerten die Eröffnung um Monate. Roger Märki nahm Gelegenheitsjobs an, um die Familie und gleichzeitig den Umbau im Laden zu finanzieren (die AZ berichtete).

Die Sorgen im Hintergrund

Noch immer arbeitet Märki tagsüber als Stahlbauer, seine Frau ist während dieser Zeit für den Laden zuständig. Roger Märki kümmert sich abends um die Veloreparaturen und ist jeweils samstags im Laden. «Das bringt natürlich gewisse Herausforderungen mit sich, weil mir teilweise das Wissen fehlt», gibt Carole Märki zu. Aber: «Wir gehen gegenüber der Kundschaft offen mit der Situation um und stossen auch auf viel Verständnis.»

Sowieso soll die aktuelle Situation nicht dauerhaft bestehen. In einigen Wochen wird Roger Märki sich vollends auf sein Velogeschäft fokussieren können. «Wir beide freuen uns darauf, diesen Traum leben zu können», sagt Carole Märki.

In den Hintergrund tritt dabei eine andere leidige Geschichte. Kurz vor der Eröffnung ihres Ladens erfuhr das Ehepaar von den Plänen der SBB, den Bahnhof Rheinfelden zu erneuern. Das Projekt soll zwar erst in einigen Jahren umgesetzt werden, mit grosser Wahrscheinlichkeit muss der neue Laden dann aber bereits wieder weichen. Für Märkis ist dies noch immer ein herber Dämpfer, den sie verarbeiten müssen. Helfen tut dabei, dass der Laden nun läuft. «So denken wir nicht ständig über die Zukunft nach, sondern können uns auf das Tagesgeschäft konzentrieren», sagt Märki.

Gutes Einvernehmen

Die Velohändler fühlen sich wohl am Standort. Auch mit der Konkurrenz im Städtchen, dem «Bike-Store» von Andreas Ganter, habe man ein gutes Einvernehmen, sagt Märki. Das bestätigt dieser auf Anfrage: «Wir kommen super aneinander vorbei.» Und mehr noch: Der «Bike-Store» verweist Kunden für dringende Reparaturen sogar an Märki, wenn selber die Kapazitäten fehlen. «Es geht darum, den Kunden eine gute Dienstleistung zu bieten», sagt Ganter. «Dafür lohnt es sich gerade als kleinere Betriebe, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten. So sind die Kunden zufrieden und gehen nicht verloren.»

Für Roger und Carole Märki ist dies natürlich eine willkommene Geste. «Es hilft, in Rheinfelden weiter Fuss zu fassen», sagen sie. Denn trotz unsicherer Zukunft wollen sie das Beste aus der Zeit in der alten Güterhalle machen. «Wir haben lange dafür gearbeitet und möchten es nun auch geniessen.»