Mettauertal
Es kommt nicht auf den Hund, sondern auf den Menschen an

Eine Podiumsdiskussion widmete sich dem Thema «Hunde in der Gesellschaft», wobei unter anderem auch die Frage «Haben Hunde Platz im Wald?» diskutiert wurde.

Hans Christof Wagner
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Gemeinderätin Vreny Schmid (Mitte) liess André Schraner, Eva Schornegg, Rahel Wüthrich, Marie-Louise Bienfait, Fabian Kramer und Roman Huber (v.l.) zu Wort kommen. hcw

Gemeinderätin Vreny Schmid (Mitte) liess André Schraner, Eva Schornegg, Rahel Wüthrich, Marie-Louise Bienfait, Fabian Kramer und Roman Huber (v.l.) zu Wort kommen. hcw

Hans Christof Wagner

Hunde sind ein Reizthema, doch zum grossen Schlagabtausch zwischen Hassern und Liebhabern kam es am Mittwochabend in Mettauertal nicht. Der Tenor der Podiumsdiskussion über Hunde in der Gesellschaft lautete: Es kommt immer auf den Halter, also den Menschen, an.

Der gemeinsam von den Gemeinderäten Mettauertal und Schwaderloch veranstaltete Anlass in der Turnhalle Mettau war gut besucht. Rund 50 Interessierte sassen an den runden Tischen, auf denen Informations-Material auslag und an denen sechs bis acht Personen Platz fanden. Hundehalter waren ebenso darunter wie Vertreter von Hundeschulen, Landwirte oder Jäger.

Auf dem Podium diskutierten unter der Leitung von Vreny Schmid, Gemeinderätin von Mettauertal, sechs Fachleute: Rahel Wüthrich und Marie-Louise Bienfait vom kantonalen Veterinärdienst, Eva Schornegg, Leiterin einer Hundeschule in Frick, Förster André Schraner, Fabian Kramer, Landwirt und Leiter des Gemeindewerks Mettauertal, sowie Roman Huber, Hundetrainer und az-Autor aus Untersiggenthal.

Haben Hunde Platz im Wald?

Eva Schornegg kam als erste zu Wort. Ihre Thesen: Der Hund muss seine Grenzen kennen, hat aber auch ein Recht auf Auslauf und Freiraum. Und: In der Hundeschule lernt das Tier niemals alles. «Auch der Wald muss für ihn als Übungsgelände erlaubt sein.» Dies war eine Steilvorlage für André Schraner, der auch als Förster und Jäger, wie er einräumte, keinen Hund besitzt. «Hunde haben schon Platz im Wald, ich bin kein Hundehasser», sagte er. Doch er vermisse bei den Haltern auch den Respekt vor dem Wald, «der ja auch immer jemandem gehört» und vor ihm als Amtsperson: «Die reagieren auf mich oft erst ganz spät.»

Auch Marie-Louise Bienfait muss als Amtsperson oft gegen Hundehalter einschreiten. Sie berichtete, wie das im konkreten Fall oft auch schwierig und nicht immer gut fürs Tier sei. Dass Hundekot auf Weideflächen tatsächlich Kühen schadet, bestritt sie aber.

Auch keinen Hund – also auch keinen Hofhund – hat Bauer Fabian Kramer, der dem Grossteil der Hundehalter in Sachen Kot-Entsorgung ein gutes Zeugnis ausstellte, doch auch von den berühmten schwarzen Schafen berichtete. Als Gemeindewerks-Leiter habe er «wenig Lust, immer den Polizisten spielen zu müssen». Und Robidog-Stationen gebe es im Gemeindegebiet genügend.

Die deutlichsten Worte wählte sicher Roman Huber: «An 99 Prozent der Probleme mit Hunden ist der Mensch schuld.» Der Trainer warb um ein Hundetraining ohne Gewalt und Unterordnung, dafür aber mit Verständnis und genauer Beobachtung des Tieres. Entsprechende Kurse sollten die Halter nicht als Last, sondern als Chance begreifen.

Dass Hundehasser im Publikum sitzen, wie Moderatorin Vreny Schmid es im Vorfeld befürchtet hatte, blieb aus. So fiel die Debatte mit dem Podium sachlich und ruhig aus. Lachen konnten alle über die komödiantischen Einlagen der Spielleute Hottwil, bestehend aus Daniela Kalt, Oliver Kalt, Christa Leber und Frank Stoll.