Am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick entsteht ein Forschungs-Campus. Insgesamt werden bis ins Jahr 2021 zwischen 25 und 27 Millionen Franken investiert – rund 11 Millionen stammen dabei aus dem Swisslos-Fonds des Kantons Aargau. Am Freitag wurde die erste Etappe auf dem Weg zum Campus abgeschlossen: Der internationale wissenschaftliche Beirat des Forschungsinstituts hat das neue, 600 Quadratmeter grosse Gewächshaus den Forschenden übergeben.

Meilenstein für den Campus

Die Freude bei FiBL-Direktor Urs Niggli war dementsprechend gross: «Es ist ein wichtiger Meilenstein, den wir heute eröffnen können.» Martin Ott, Präsident des Stiftungsrats des FiBL, sagte, das Institut gehe dank dem Neubau in eine noch wissenschaftlichere Zukunft. Er freue sich, zu wichtigen aktuellen Themen wie der chemiefreien Regulierung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen bald noch mehr Lösungen zu sehen.

Neu könne man das ganze Jahr über unabhängig von der Jahreszeit unterschiedliche Klimazonen simulieren, erklärte Lucius Tamm, Leiter des Departements Nutzpflanzen am FiBL. Das Gewächshaus wird zukünftig genutzt, um die biologische Züchtung von Obst, Kleearten, Baumwolle, Getreide und Gemüse voranzutreiben. Im Gewächshaus können zudem Natursubstanzen und Pflanzenextrakte für den biologischen Pflanzenschutz getestet werden. «Weiter machen wir Versuche zur Bodenfruchtbarkeit», so Tamm. Im Untergeschoss werden zudem Laborplätze eingerichtet und so die Kapazität ausgebaut. «Es ist ein Quantensprung», sagt Tamm.

Internationaler Austausch

Die nationalen und internationalen Experten aus dem wissenschaftlichen Beirat lobten bei der Eröffnung das Forschungsinstitut für seine Tätigkeiten. Die Tropenforscherin Brigitte Kaufmann vom Deutschen Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft in Kassel etwa strich die «jahrzehntelange, wichtige Zusammenarbeit» heraus. «Am FiBL können unsere Studenten transdisziplinäre Erfahrungen sammeln», sagte sie. Und weiter: «Viele Studierende an unserer Uni machen ihre Masterarbeiten im Biolandbau in Frick, und Mitarbeitende des FiBL unterrichten bei uns.» Es sei eine eigentliche Win-win-Situation, und die Erweiterung der Forschungsinfrastruktur in Frick sei deshalb ebenfalls ein Gewinn für beide Seiten.

Beirat Hubert Wiggering, Professor für Klimaforschung an der Universität Potsdam, brachte es auf einen kurzen Nenner: «Es ist ein tolles neues Haus, das möchte man auch haben.» Achim Walter, Professor am Institut für Agrarwissenschaften an der ETH, der ebenfalls dem Beirat angehört, hob hervor, dass das FiBL «eine ganz wichtige Rolle in Forschung und Praxis» einnimmt und dabei auch immer «eng an den Bauern dran ist». Dies soll auch künftig so bleiben, wie Urs Niggli betonte. «Wir bleiben natürlich weiterhin auf den Höfen aktiv.» Man kombiniere dies aber mit Hightech-Forschung, die ab sofort auch im neuen Gewächshaus stattfindet.

Mit dem neuen Forschungs-Gewächshaus ist zwar die erste Etappe des Campus-Projekts abgeschlossen. Die Bautätigkeit soll aber schon bald weitergehen. «Wir haben bereits ein Baugesuch für einen Kuh- und einen Hühnerstall eingereicht», so Niggli. Als Nächstes werde das Baugesuch für zwei Gebäude – ein Bürogebäude und Gebäude mit Küche, Restaurant und Konferenzräumen – erarbeitet. «Wir hoffen, dass wir diesen Bau Anfang 2020 in Angriff nehmen können», so der FiBL-Direktor. Weiter sind im Rahmen des Campus-Projekts eine neue Maschinenhalle und Studentenunterkünfte geplant.