Jugendarbeit Möhlin
Es gilt das Hol-Prinzip: «Die Jugendlichen sollen zu uns kommen»

Bei der offenen Jugendarbeit Möhlin arbeitet seit August ein neues Team. Michael Pfisterer und Aiko Pagano schätzen das positive Klima, welches ihnen ihr Vorgänger hinterlassen haben. Aber sie wissen: Ewigs wird die Harmonie kaum währen.

Nadine Böni
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Die neue JAM-Leitung: Michael Pfisterer und Aiko Pagano. nbo

Die neue JAM-Leitung: Michael Pfisterer und Aiko Pagano. nbo

«Vielleicht ist es nur die Anfangseuphorie», sagt Michael Pfisterer nach wenigen Minuten Gespräch und vielen positiven Aussagen.

Seit Mitte August arbeitet Pfisterer gemeinsam mit Aiko Pagano bei der offenen Jugendarbeit Möhlin (JAM) in leitender Funktion. Und eben: Viel sei positiv.

Kein Alleingang geplant

Angefangen bei der Einarbeitung: Vorgänger Oliver Benz hat Pfisterer und Pagano während dreier Wochen begleitet, ihnen die wichtigsten administrativen Aufgaben gezeigt. Unterstützung erhalten die neuen Leiter jetzt von älteren Jugendlichen, die den JAM-Alltag kennen.

Dann ist da die Stimmung im Jugendtreff beim Schulhaus Obermatt, die sei super. Und Pfisterer und Pagano haben in Möhlin «ein dörfliches Gefühl» ausgemacht. «Man schaut aufeinander, das geht über die Jugendlichen hinaus», sagt Pagano.

Vom Vorgänger profitieren

Zu guter Letzt spüren Pfisterer und Pagano in Möhlin Vertrauen vonseiten der Behörden und der Bevölkerung. «Unser Vorgänger Oliver Benz hat hier eine wunderbare Basis geschaffen», sagt Pfisterer. «Er hat viel bewirkt und Vertrauen erarbeitet – davon können wir profitieren.»

Jetzt geht es für die neuen Jugendarbeiter daran, sich in Möhlin bekannt zu machen – bei den Jugendlichen, in der Nachbarschaft und in den Schulen. Nach den Herbstferien ist eine Vorstellungsrunde in den Oberstufen geplant.

Für grössere Projekte sei es noch zu früh. Pfisterer und Pagano wollen sich Zeit geben, die Bedürfnisse der Möhliner Jugendlichen zu spüren. Und sowieso: Im Alleingang wollen die beiden nichts anreissen. «Im Optimalfall kommen die Jugendlichen mit Ideen auf uns zu, ansonsten machen wir Vorschläge», sagt Pfisterer.

Ein Jugendcafé ist geplant

Jetzt aber schon zeichnet sich ein grosses Projekt ab: Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Jugendarbeit, Gemeinde und Jugendrat arbeitet seit einiger Zeit hinter den Kulissen an der Umsetzung eines Projekts für ältere Jugendliche. Ein Jugendcafé soll entstehen. «Dieses Projekt wird wohl viel Energie und Einsatz im Bereich Überzeugungsarbeit brauchen», sagt Pagano.

Es wird vielleicht die erste grosse Herausforderung für das neue JAM-Team. Bestimmt aber nicht die Letzte, davon sind Pfisterer und Pagano überzeugt. Denn so gut die Stimmung jetzt ist – dass sie immer so bleibt, das glauben sie nicht.

«Wir machen uns keine Illusionen», sagt Pagano. Themen wie Littering, Cyber Mobbing oder Alkohol seien bei Jugendlichen präsent und würden demnach früher oder später im Jugendtreff auftauchen. «Solange man weiss, wie damit umzugehen ist, ist das nicht nur negativ», sagt Pagano. «Schön wäre es, wenn die Jugendlichen auf uns zu kommen – sei es mit Ideen oder Problemen.»