Um das Fricktal zu einer «5-Sterne-Region» zu machen, hat Fricktal Regio in seiner Standortförderungsstrategie drei Hauptbereiche definiert, in denen die Bemühungen weiter intensiviert werden sollen.

Es gehe darum, das grosse Potenzial im Fricktal zu nutzen, aber die Region gleichzeitig «schonend und sorgfältig» zu entwickeln, erläuterte Judith Arpagaus, die Leiterin der Geschäftsstelle von Fricktal Regio, am Gemeindeseminar.

Der Bereich Pharma, der sogenannte Life-Science-Cluster, der viel zur florierenden Wirtschaft im Fricktal beiträgt, soll weiter gestärkt werden. «Wir müssen die Unternehmen und ihre Bedürfnisse kennen», so Arpagaus, «nur so können wir optimale Rahmenbedingungen schaffen.»

Unter dem Titel einer «Vernetzungsplattform» hat deshalb ein erstes Treffen stattgefunden. In der «Ideenphase» befindet sich eine Start-up-Factory, welche die Region für innovative Jungunternehmen attraktiv machen soll.

«Wir müssen aber auch die ansässigen KMU pflegen», betonte Judith Arpagaus. Diese seien das «zweite Standbein der Region». Dafür arbeitet Fricktal Regio auch mit dem Hightech-Zentrum Aargau in Brugg zusammen, das bereits 49 Firmen in der Region besucht und 40 Projekte betreut hat.

Weiter besteht die Idee, die KMU und die Life-Science-Branche einander näher zu bringen. «Die Pharma-Unternehmen sollen wissen, welche Dienstleistungen oder Produkte sie in der Region bei welchen Firmen erhalten können», so Arpagaus.

Der dritte Hauptbereich betrifft die Stärkung des Wohnstandorts Fricktal und des Tourismus. Im laufenden Jahr liegt der Fokus allerdings auf den beiden Wirtschaftsbereichen. «Der dritte Bereich wird zu einem späteren Zeitpunkt intensiver behandelt», so Arpagaus.

Allen drei Bereichen zugutekommen, wird die neue Website, die Ende Februar online geht. Sie soll sich mit den vier «Eingangstoren» Wirtschaft, Freizeit, Wohnen und Regionalplanung an möglichst viele Interessenten richten und «repräsentativ sein».

Laut Judith Arpagaus gibt es auch die Idee, auf der Website künftig sämtliche Stellenangebote im Fricktal und sämtliche verfügbaren Gewerbe- oder Industrieareale aufzulisten.

Widerstand gegen Deponien

Zum Abschluss des Gemeindeseminars ging Repla-Präsident Christian Fricker kurz auf einzelne laufende Projekte ein. Am meisten zu reden gibt dabei in der Region derzeit die laufende Vernehmlassung zu den möglichen Standorten für Deponien für sauberen Aushub.

Die Gegnerschaft in einzelnen Gemeinden sei heftig und beim Kanton seien bereits sehr viele Stellungnahmen eingegangen. «Es wird nach der Auswertung der Stellungnahmen ein Gespräch zwischen dem Kanton, den vier Gemeinden Herznach, Hornussen, Bözen und Wegenstetten geben», so Fricker.

Dieses Gespräch finde nach Auskunft von Landammann Stephan Attiger statt, bevor das Geschäft in den Grossen Rat gehe.

Noch in diesem Jahr möchte Fricktal Regio zudem Antworten zu den Projekten Autobahnraststätte Fricktal und zusätzlicher Autobahnanschluss im Fricktal erarbeiten. Im Gang sind auch die Gespräche in den fünf Teilregionen des Planungsverbandes.

Erste Gespräche haben gezeigt, dass die Gemeinden – gerade in den ländlicheren Teilregionen – bereits in vielen Bereichen zusammenarbeiten.

Zudem wurde deutlich, dass bei wichtigen Themen, wie etwa der Verkehrsproblematik, die Lösungen nicht Fricktal-intern, sondern über Kantons- und Landesgrenzen hinaus gesucht werden müssen.