Fricktal

Es gibt auch Schweizer Profiteure der Frankenstärke

Die Rheinsalinen sind vom Eurokurs nicht beeinflusst. Ihre Kunden aber profitieren beim Import. MATHIAS MARX/Archiv

Die Rheinsalinen sind vom Eurokurs nicht beeinflusst. Ihre Kunden aber profitieren beim Import. MATHIAS MARX/Archiv

Viele Unternehmen kämpfen mit der Frankenstärke – aber es gibt auch Profiteure. Das sind die Gewinner der Frankenstärke aus der Region Fricktal.

«Wir haben wirklich Glück gehabt», sagt Yvonne Müller, OK-Präsidentin des Schupfart Festivals. Während viele Unternehmen mit der Frankenstärke kämpfen, kann sie der Aufhebung des Mindestkurses etwas Positives abgewinnen. Als der Wechselkurs im Januar tauchte, kaufte das Festival so viele Euro, wie die Gagen für die Künstler kosten. Die Künstler aus dem Euroraum – unter anderem Unheilig, Mickie Krause und Die jungen Zillertaler – sind damit günstiger geworden. Da viele Künstler ihre Gagen in Raten oder gar erst kurz vor oder nach dem Auftritt erhalten, sind die Einsparnisse beim Schupfart Festival gross.

Sponsor springt ab

«Der positive Effekt ist in diesem Jahr sicher grösser, als der negative Einfluss», sagt Müller und spricht damit die Schattenseite der Frankenstärke an. Diese bekommt über Umwege auch das Festival zu spüren: «Ein Unternehmen hat sich für dieses Jahr als Sponsor zurückgezogen und will erst die weitere Entwicklung abwarten.» Dasselbe will auch das Festival-OK tun. Riesige Acts zu verpflichten, werde auch in Zukunft kaum möglich sein. «Die Höhe der Beiträge geht so weit auseinander, dass das kein Thema ist», sagt Müller.

All zu grosse Sprünge will man auch beim Volleyballklub Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten nicht machen. «In der Theorie tönt das wirklich ganz gut», sagt Präsident Bruno Schmid. Spieler, die der Verein aus dem Ausland holt, sind mit der Aufhebung des Mindestkurses billiger in der Ablöse und auch beim Lohn geworden, sofern dieser in Euro ausbezahlt wird. Allerdings sei man bei Volley Smash noch nicht auf die Idee gekommen, eine Transfer-Grossoffensive zu starten. Denn: «Mit einem Spielertransfer aus dem Ausland kommen weitere Kosten auf den Verein zu», sagt Schmid. Da sind einerseits die Mietkosten für eine Wohnung, andererseits die Versicherungen des Spielers. «In der Praxis fehlen dem Verein dafür die finanziellen Möglichkeiten», sagt Schmid.

Rheinsalinen passen Preise an

Beim NLB-Klub aus Laufenburg-Kaisten ist die Freude über die Frankenstärke also nur theoretischer Natur. Konkret hingegen profitieren die Kunden der Schweizer Rheinsalinen. Erst vor einigen Tagen hat der Salzversorger eine neue angepasste Preisliste an seine Import-Kunden verschickt. Darauf vermerkt sind die neuen Preise der importierten Salz-Spezialitäten, etwa aus Holland, Deutschland oder Frankreich. «Jene Produkte, die aus dem Euroraum kommen, sind neu mit einem Währungsrabatt versehen», sagt Rheinsalinen-Chef Urs Hofmeier.

Die Rheinsalinen selber hingegen beeinflusst die Frankenstärke kaum. Der Export des Unternehmens ist marginal. Die Produktion des Auftau-Salzes läuft ausserdem komplett in der Schweiz ab. Dank dem zweiten Saldome sei die Versorgung der Schweiz ohne Import möglich. «So sind wir weder positiv noch negativ vom Euro-Kurs beeinflusst», sagt Hofmeier.

Autos und Ersatzteile günstiger

Profitieren können hingegen Kunden, die ein Auto kaufen. Stephan Leimgruber von der Automobile Jud in Frick erklärt: «Als Markenvertretung halten wir uns an die Preise des Importeurs Amag.» Dieser gewährte in den ersten Wochen nach der Aufhebung des Mindestkurses einen Rabatt von 15 Prozent. Mittlerweile sind es noch 10 Prozent.

Auch Ersatzteile sollen demnächst günstiger werden. Die Preise sollen hier wöchentlich an den Kurs angepasst werden. Was den Kunden freut, hilft dem Unternehmen allerdings nicht unbedingt: «Wir selber haben nichts davon. Wenn der Bruttopreis sinkt und die Rabatte gleich bleiben, haben wir weniger Einkommen.»

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