Kaisten
Es braucht mehr Mergel für Naturstrassen aus der Grube Chinzhalde

Die Abbaubewilligung für die Mergelgrube Chinzhalde in Kaisten muss erneuert werden. Ein Gesuch für den Abbau von 5000 Kubikmetern Kalkstein auf einer Fläche von 640 Quadratmetern liegt bis 25. Februar auf.

Walter Christen
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Die Mergelgrube Chinzhalde in Kaisten, wo auf der rechten Seite ein weiterer Abbau von Kalkstein vorgesehen ist – als Deckschichtmaterial für Naturstrassen. chr

Die Mergelgrube Chinzhalde in Kaisten, wo auf der rechten Seite ein weiterer Abbau von Kalkstein vorgesehen ist – als Deckschichtmaterial für Naturstrassen. chr

Foto: Walter Christen (17.02.201

In der Grube Chinzhalde verfügt die Ortsbürgergemeinde (OBG) Kaisten über einen Kalksteinvorrat. Der dort abgebaute Mergel wird gebrochen (zerkleinert) und dient als Belag für Wald- und Flurstrassen.

Noch bis zum 25. Februar liegt in der Gemeindeverwaltung Kaisten das Bau- und Rodungsgesuch für die weitere Abbauetappe beziehungsweise die Nutzung der Grube zur öffentlichen Einsichtnahme auf. Aus dem Gesuch geht hervor, dass rund 5000 Kubikmeter Gestein auf einer Fläche von 640 Quadratmetern abgebaut werden sollen.

Aus ökologischen und ökonomischen Gründen möchte die OBG Kaisten den Mergelbedarf der Gemeinde für den Flur- und Waldstrassenunterhalt auch in Zukunft mit dem Abbau in der Grube Chinzhalde decken.

Abbaubeginn noch in diesem Jahr

Vom Kaister Revierförster Oliver Eichenberger, dem Projektverantwortlichen, erfuhr die Aargauer Zeitung auf Anfrage: «Es wird mit dem Abbau am 8. September dieses Jahres begonnen.» Aufgrund von Erfahrungszahlen von Forst und Bauamt beträgt der Jahresbedarf an Mergel zwischen 1000 und 1300 Kubikmeter für die periodische Wiederinstandstellung der Verschleissschicht des gesamten Naturstrassennetzes in Kaisten: 25 Kilometer Flurstrassen, 26 Kilometer Waldstrassen der OBG Kaisten. «Bei einer Strassenbreite von 3 Metern und einer Deckschicht von 10 Zentimetern werden rund 15 300 Kubikmeter Mergel benötigt. Verteilt auf eine Wiederkehrperiode von 12 Jahren ergibt das den erwähnten Jahresbedarf», so der Projektverantwortliche weiter.

Keine Materialabbauzone

Damit übersteigt der Bedarf die zulässige Abbaumenge für Kleinabbaustellen von 5000 Kubikmeter in 5 Jahren. Die Fehlmenge wird extern zugekauft. Dennoch kann mit dem Grubenbetrieb als Kleinabbaustelle auf die Festsetzung einer Materialabbauzone im kommunalen Nutzungsplan verzichtet werden. Das heisst, die Grube Chinzhalde zählt zum Waldareal.

Die OBG Kaisten betreibt die Mergelgrube seit Jahrzehnten. Die letzte vom Baudepartement erteilte Abbaubewilligung stammt vom 19. September 1995. Aufgrund dieser Bewilligung wurden 1996 und 2000 je 4000 Kubikmeter Material abgebaut und zu Mergel mit einer Körnung von 25 Millimetern aufbereitet respektive gebrochen. Am 31. Dezember 2002 ist diese Abbaubewilligung abgelaufen; die bewilligten Kubaturen sind ausgeschöpft.

Damit in der Grube weiter Kalkstein abgebaut werden kann, sind Rodungen erforderlich. Das heisst, 1974 wurde eine erste Bewilligung im Umfang von 1000 Quadratmeter erteilt; die Ersatzaufforstung erfolgte ausserhalb der Chinzhalde. Bis 1996 wurden über die genannte Bewilligung hinaus im Gebiet insgesamt 3050 Quadratmeter Wald gerodet. Die Abteilung Wald des Kantons erteilte im August 1996 eine rückwirkende Rodungsbewilligung und eine Bewilligung für weitere 380 Quadratmeter, welche Ende Dezember 2004 abgelaufen ist.

«Natürliche Wiederbewaldung»

Es ist vorgesehen, für die insgesamt 2430 Quadratmeter bewilligten Rodungen durch die Stilllegung der ausgebeuteten Grubenteile eine natürliche Wiederbewaldung zu ermöglichen, wie die Aargauer Zeitung den Gesuchsunterlagen weiter entnehmen konnte.

Die Grube Chinzhalde soll – ausgehend von der heutigen Grubensohle, die 371 Meter über Meer liegt – westwärts (parallel zum Hang) erweitert werden.

Ebenfalls vor Abbaubeginn werden die etappierte Rodung sowie die eigentliche Abdeckung vorgenommen, wobei das anfallende Abdeckmaterial direkt umgelagert wird. Es dient im östlichen Teil der Grube als Schüttmaterial für die anschliessend wieder herzurichtende Böschung Richtung Süden.

Mergel für Naturstrassen

Der abgebaute, teils kompakte Mergel soll ausschliesslich als Deckschichtmaterial für Naturstrassen verwendet werden, wird daher aufbereitet und gebrochen.

Dem Abbaugesuch kann weiter entnommen werden, dass der Mergel, so weit er nicht direkt für den Wegunterhalt Verwendung findet, auf dem Grubenareal zwischengelagert werden soll.