Rheinfelden

«Es braucht ein Umdenken»: Dieser Musiker macht Flugscham zum Thema seines neuen Songs

Lukas Ruszkowski träumt davon, bei einem grossen Festival auftreten zu dürfen.

Lukas Ruszkowski träumt davon, bei einem grossen Festival auftreten zu dürfen.

Ein junger Rheinfelder Musiker macht in seinem neuesten Song auf die Auswirkungen des Flugverkehrs aufmerksam. Bis im kommenden Frühjahr möchte er ein Set seiner Songs für Liveauftritte erstellen.

Irgendwann im Gespräch lächelt Lukas Ruszkowski entschuldigend. «Tut mir leid, ich rede etwas viel», sagt er. Zum wiederholten Male ist er bei einer seiner Antworten abgeschweift. Nur: Das stört gar nicht. Denn: Aus jedem Wort des 21-jährigen Rheinfelders ist die Leidenschaft herauszuhören, die er für sein Hobby hegt – die Musik.

Und so erzählt er, wie alles angefangen hat. Wie er als Kind «immer Melodien im Kopf» hatte, wie er später begann, Kornett zu lernen – und es bald wieder aufgab, «weil mir das Üben und Spielen von vorgegebenen Stücken schwerfiel». Wie er über einen Kollegen zur elektronischen Musik fand und dann zum Rap. Genauer: zum Mundartrap.

Seit einigen Jahren nun kreiert Ruszkowski unter dem Pseudonym «Ruszy» – gesprochen «Ruschi» – Songs. Er verfasst die Texte, produziert die Beats. Das Schreiben fällt ihm besonders leicht, wenn er intensive Emotionen erlebt, egal, ob positiv oder negativ. «In meinen Texten und Songs kann ich alles verarbeiten», sagt Ruszy. Im August ist sein neuestes Werk erschienen, vergangene Woche folgte das Musikvideo dazu. «Blibe low» heisst der Song. Entstanden ist er im Rahmen einer Challenge, die sich der junge Musiker selbst gestellt hat. 12 Songs möchte er innerhalb von 12 Monaten veröffentlichen.

Ein Song, der eine Botschaft vermitteln soll

«Blibe low» ist der dritte Song dieses Projekts. Und: Es ist ein spezieller Song. «Er ist mir besonders wichtig, weil er eine Botschaft vermitteln soll», sagt Ruszy. Der Song setzt sich mit der Klimakrise auseinander. Für eine Projektarbeit während seiner Lehre zum Mediamatiker wurde er auf die sogenannte «Flight Shaming»-Bewegung aufmerksam, sprach mit Fachleuten und Aktivisten. «Was ich in dieser Zeit über die Klimakrise und speziell die Auswirkungen des Flugverkehrs auf die Umwelt gelernt habe, hat bei mir grossen Eindruck hinterlassen», sagt er.

Es sind Eindrücke, die er im Songtext in Mundart festhält: «Mir müend immer höcher und witer und immer schneller weg», heisst es darin. Und weiter: «Die Wält verstickt.»

Für ihn ist klar: «Es braucht ein Umdenken. Auf das Fliegen zu verzichten, ist der einfachste Weg, wie wir als Privatpersonen Einfluss auf das Klima nehmen können.» Selbst möchte er künftig den Songtitel in die Tat umsetzen – also «low» (zu Deutsch: tief) bleiben – und soweit möglich aufs Fliegen verzichten. Und Ruszkowski hofft, mit seinem Song den ein oder anderen zum Nachdenken anzuregen und im besten Fall dazu, ebenfalls auf Flüge zu verzichten.

Musikalisch hingegen fliegen Ruszys Träume hoch. Bis im kommenden Frühjahr möchte er ein Set seiner Songs für Liveauftritte erstellen. «Ich möchte Konzerte spielen», sagt er. Sein Traum: ein Auftritt an einem der grossen Schweizer Musikfestivals. «Das wird ein langer Weg. Aber ich bin bereit, dafür zu arbeiten», sagt er. Dann erzählt er von seinen Besuchen an Festivals, von der grandiosen Stimmung, die dort herrsche. «Das möchte ich unbedingt auch mal von der Bühne aus erleben.» Und wieder ist da die Leidenschaft zu hören.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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