Frick
Es bleibt bei einer Bahnunterführung

Das Busbahnhof-Projekt nimmt langsam Fahrt auf – die knappe Umsteigezeit ist eine Knacknuss.

Thomas Wehrli
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Der Busbahnhof soll auf die nordwestliche Seite des Bahnhofs verlegt werden, dorthin, wo heute der Holzverlad der SBB sowie einige P+R-Parkplätze sind. Archiv/dka

Der Busbahnhof soll auf die nordwestliche Seite des Bahnhofs verlegt werden, dorthin, wo heute der Holzverlad der SBB sowie einige P+R-Parkplätze sind. Archiv/dka

AZ

Der Busbahnhof in Frick ist zu klein. Und wenig komfortabel. Und nicht behindertengerecht. Das ist seit Jahren bekannt, und ebenso lange fordert Gemeinderat Thomas Stöckli: «Es braucht einen neuen Busbahnhof.» Wo dieser zu liegen kommen soll, weiss der Fricker Baudirektor genau: Im Nordwesten des Bahnhofs, dort, wo sich heute der Holzverlad befindet.

Nur eben: Dieser Holzverlad ist bislang eines der Probleme. Er wird zwar nur noch selten benutzt, doch die Aufhebung bedingt einen Ersatz innerhalb des Bahnhofs Frick oder in der engeren Region. Und so wird verhandelt. Zwischen Gemeinde, Kanton, SBB, Postauto und weiteren Beteiligten.

Solche Busterminalprojekte bei den Bahnhöfen seien komplex, da viele Interessen und Nutzungskonflikte aufeinandertreffen, sagte Marco Lombardi vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt vor einem Jahr zur az und prophezeite: Eine schnelle Lösung wird es nicht geben.

Mehr Gelenkbusse für Frick

Doch die Zeit drängt: Das Behindertengleichstellungsgesetz muss – oder vielleicht besser: sollte bis 2023 umgesetzt sein. Am heutigen Standort sind behindertengerechte Ein- und Ausstiege kaum möglich.

Zudem möchte Postauto mehr Gelenkbusse nach Frick bringen. Am heutigen Standort kann gerade einmal ein Gelenkbus halten – und auch das ist «ein Murks», wie es Stöckli formuliert. Drittens fehlt der Komfort: Die Perrons sind nicht überdacht. «Man kann den Leuten nicht dauernd sagen: ‹Benutzt den öV›, aber dann nichts machen», findet Stöckli. In diesem Punkt stimmen alle Verhandlungspartner zu. Man ist sich einig: Der Bahnhof Frick, die wichtigste Verkehrsdrehscheibe in der Region, muss aufgewertet werden.

Und siehe da: Nun scheint der Projektzug, pardon: der Projektbus auch Fahrt aufzunehmen. An der nächsten Sitzung erwartet Stöckli vom Kanton und vom Planer erste konkrete Vorschläge. Man sei auf «gutem Weg», sagt Stöckli. Er weiss aber auch: «So lange nicht vertraglich geregelt ist, dass der Holzverlad wegkommt, besteht für das Projekt ein Risiko.»

Neue P+R-Anlage

Klar ist derweil bereits ein Punkt: «Es wird nur eine Unterführung geben», sagt Stöckli. Die bestehende Unterführung wird auf die Nordseite des Bahnhofs erweitert, dorthin, wo eine zusätzliche P+R-Anlage zu liegen kommen wird. Sie ersetzt die Parkplätze, die beim heutigen Holzverlad durch den Bau des Busbahnhofes wegfallen. Auf eine zweite Unterführung auf der Höhe des neuen Busbahnhofs verzichtet man aus Kostengründen.

Noch offen ist, ob alle Postautos im neuen Busbahnhof halten oder einige Verbindungen ab dem heutigen Standort verkehren. Was auf den ersten Blick verwirrend klingt, kann Stöckli erklären: «Die Umsteigezeit zwischen Zug und Postauto ist teilweise so knapp bemessen, dass es Sinn macht, wenn das Postauto möglichst nahe bei der Unterführung steht.»

Stöckli glaubt fest daran, dass der neue Busbahnhof kommt – und dass er für Frick ein Gewinn ist. Eine Visitenkarte auch. «Der öV kann so weiter gestärkt werden», ist er überzeugt. Der neue Busbahnhof schaffe die Grundlage, dass Postauto zusätzliche Kurse anbieten und weitere Gelenkbusse einsetzen könne. «Und davon profitieren die Passagiere.»