Frick
Erzengel Gabriel trifft den Teufel und geht mit ihm eine Wette ein

Der Theaterverein Staffeleggtal feierte auf der Bühne in Fricks Monti Premiere seines neuen Stücks «Lüge, Tod und Tüfel». Irrungen und Wirrungen sind im Stück ebenso vorprogrammiert wie vergnüglich.

Hans Christof Wagner
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: Die Drahtzieher im Hintergrund beobachten das Treiben auf der Bühne, von links: Bernhard Trachsel (Markus Schmid), Bianca Meier (Jacqueline Lenzin), Teufel und Engel sowie das Ehepaar Fischer.

: Die Drahtzieher im Hintergrund beobachten das Treiben auf der Bühne, von links: Bernhard Trachsel (Markus Schmid), Bianca Meier (Jacqueline Lenzin), Teufel und Engel sowie das Ehepaar Fischer.

hcw

Wo genau liegt eigentlich die Hölle? Wer lenkt unsere Geschicke? Diese Fragen stellte sich wohl so mancher Zuschauer am Donnerstagabend in Fricks Monti. Der Theaterverein Staffeleggtal feierte Premiere mit seinem neuen Stück: «Lüge, Tod und Tüfel». Viereinhalb Monate hatten die Amateurschauspieler unter der Regie von Daniel Suter und Markus Schmid dafür geprobt. Am Donnerstag spielten sie vor vollem Haus – routiniert, textsicher und mit langem Schlussbeifall belohnt. Und sie bewiesen mit der Komödie: Die Welt ist weder schwarz noch weiss. Überall herrschen die Grautöne vor. Und die im Himmel spielen auch nicht immer mit offenen Karten.

Wette über die Lügen auf Erden

Schneeweiss war die Bühne am Anfang des Stücks. In der Himmelskantine trafen Erzengel Gabriel (Claudia Balz) und der Teufel (Werner Gasser) aufeinander. Sie stritten darüber, ob der Mann oder die Frau das gelungenere Geschöpf sei. Da sie zu keinem Ergebnis kamen, wetteten sie: Sie zählten einen Tag lang die Lügen des Ehepaars Max und Monika Fischer (Arthur Rutschmann und Myrtha Ackle). Sollte Max öfter lügen, hat Gabriel gewonnen, sollte es Monika sein der Teufel. Um es vorweg zu nehmen: Es ging unentschieden aus, die Zahl der Lügen hielt sich die Waage. Aber oft kamen Teufel und Engel kaum nach, nach jeder Unwahrheit eine Kugel auf ihrer Rechenwand zur Seite zu schieben. Sie hatten mitunter alle Hände voll zu tun.

Ganz Boulevard entwickelte sich die Komik dadurch, dass sich die Protagonisten heillos in Verwechslungen und Irrtümer verstrickten und dass das Publikum mehr wusste als die Darsteller. Monika hielt die Geliebte ihres Mannes (Jacqueline Lenzin) für ihre künftige Schwiegertochter. Max glaubte, der Liebhaber seiner Frau (Markus Schmid) sei der Kumpan seines Sohnes (Marek Siegrist). Und am Ende zeigte Clara Loft (Nicole Suter) ihr wahres Ich. Es war ein vergnüglicher Blick hinter die scheinbar heile Fassade.

Gelungene Premiere

Aber mit der Wahrheit zu leben, ist auch nicht schön. So drehten die beiden Drahtzieher gegen Ende einfach die Zeit ein Stück zurück und alles war wieder im Lot. Nur der Tod (Theresia Nef) war der grosse Verlierer. Es machte Spass, die Vertreter der überirdischen Mächte in ihrem Wettstreit gegeneinander zu beobachten – mitten im Wohnzimmer der Familie Fischer. Feixend und sich zuprostend fieberten sie als unsichtbare Beobachter mit ihren jeweiligen Protagonisten mit.

Schöner Regieeinfall: Wann immer sie untereinander agierten, standen die anderen Akteure regungslos da. Um die Menschen wieder in Gang zu setzen, klatschen Teufel und Engel in die Hände und die Handlung ging weiter. Nach zwei Stunden Handlung genossen die Akteure die Erleichterung nach der gelungenen Premiere. Darsteller und Zuschauer sangen auch Bruno Willi, für die Technik beim Theaterverein Staffeleggtal zuständig, ein Geburtstagständchen. Er wurde am Premierentag 60 Jahre alt.

Weitere Vorstellungen: Am Samstag, 17. Mai, am 22., 23. und 24. Mai, jeweils um 20.15 Uhr. Es gibt noch für alle
Termine Tickets für 20 bis 25 Franken. Reservationen sind telefonisch (062 871 04 44) oder unter info@fricks-monti.ch möglich.