Fischerei
Erstmals wieder mehr Fische in der Aare

2009 wurden erstmals wieder mehr Fische gefangen. Und die Fischer musten eine Stunde weniger lang warten bis ein Fisch anbiss. Zeigen sich nun die Auswirkungen des Umweltschutzes?

Sabine Kuster
Merken
Drucken
Teilen

Seit den 1990er-Jahren werden im Aargau immer weniger Fische gefangen. Während damals noch 360000 Fische aus dem Wasser gezogen wurden, sind es heute nur noch knapp 79000.

Zurückgegangen sind die Erträge vor allem im Hallwilersee, aus dem mehr als die Hälfte der gefangenen Fische im Aargau stammen.

Im letzten Jahr wurden nun in den Flüssen und Bächen deutlich mehr Fische gefangen als noch 2008. Bei der Abteilung Wald, Sektion Jagd und Fischerei des Kantons hofft man nun, dass das positive Ergebnis nicht nur eine Schwankung innerhalb des Abwärtstrends ist:

«Hoffentlich ist der Abwärtstrend definitiv gebrochen», sagt der kantonale Fischereiaufseher Thomas Stucki. Der grössere Ertrag in der Flussfischerei sei nicht etwa auf geduldigere Fischer zurückzuführen.

Weniger lang warten

Auch die Fangeffizienz ist gestiegen: Gemäss der Fangstatistik, welche die Fischer jährlich ausfüllen, mussten sie weniger lang warten, bis einer anbiss.

Mit durchschnittlich 3 Stunden und 11 Minuten dauerte es fast eine Stunde weniger, bis die Fischer einen Fang machten. «Das lässt trotz vieler Unbekannten auf eine verbesserte Fangchance und somit auf ein erhöhtes Fischvorkommen schliessen», schrieb der Fischereiaufseher im August in der Zeitschrift «Umwelt Aargau».

Der Fischbestand wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: unter anderem Wasserqualität, Lebensraumqualität, Krankheiten und der Wassertemperatur.

Vieles zeigt sich verzögert: War die Verlaichung schlecht, zeigen sich die Auswirkungen erst nach einigen Jahren, wenn die Fische gross sind.

Thomas Stucki hofft, dass die verschiedenen Bemühungen im Umweltschutz und der Aufwertung der Gewässer-Lebensräume nun Früchte tragen.

Von 1998–2004 erforschte das Bundesamt für Umwelt Wald und Landschaft (Buwal), die Kantone, die Chemischen Industrie, der Schweizerischen Fischereiverband und Forschungsinstitute im Projekt «Fischnetz» den Fischrückgang in der Schweiz und ergriff Massnahmen zu Verbesserung.