Hornussen
Erstmals nach 21 Jahren: Grosser Motocross-Event fällt aus

Nach 21 Austragungen findet das Benefiz-Motocross Fricktal in diesem Jahr erstmals nicht statt. Das OK fand kein geeignetes Areal. Das bisherige Feld steht nicht mehr zur Verfügung, «weil der Landpächter mehr Flexibilität in der Fruchtfolge will».

Thomas Wehrli
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Die Sprünge bleiben in diesem Jahr aus – das OK fand kein geeignetes Gelände. chr.

Die Sprünge bleiben in diesem Jahr aus – das OK fand kein geeignetes Gelände. chr.

Das Dröhnen der Motoren bleibt in diesem Jahr aus: Erstmals seit 1995 findet das Benefiz-Motocross Fricktal, an dem jeweils an die 300 Fahrer starten, nicht statt. Der Grund: Das bisherige Areal, ein sieben Hektar grosses Feld in Hornussen, steht nicht mehr zur Verfügung, da der Landpächter «mehr Flexibilität innerhalb der Fruchtfolge will», wie OK-Mitglied Heinz Ehrsam erklärt.

«Dafür haben wir volles Verständnis», so Ehrsam. «Wir wussten schon im letzten Jahr, dass wir das Areal nicht mehr nutzen können.» Man habe intensiv nach einer Alternative gesucht und auch etliche Gespräche mit Landwirten geführt, die letzten vor wenigen Wochen. «Leider ohne Erfolg», so Ehrsam.

Kleinere Grundstücke wären zwar verfügbar gewesen, «aber wir wollen das Motocross im bisherigen Rahmen weiterführen.» Und dafür brauche es nun mal rund sieben Hektaren Land – «zusammenhängend». Denn neben der rund 1,6 Kilometer langen Rennstrecke und der etwa 500 Meter langen Enduro-Zusatzschlaufe braucht es auch Land für Fahrerlager, Festwirtschaft und Besucherparkplätze. Jahr für Jahr pilgern weit über 1000 Motorsport-Begeisterte an die Rennstrecke.

Entscheid fiel schwer

Der Entscheid, dieses Jahr zu passen, fiel Ehrsam und seinen fünf OK-Kollegen schwer. Ehrsam wohl noch etwas mehr, denn er gehört zusammen mit Fritz «Garibaldi» Schmid zu den noch aktiven Gründern des Moto-Spektakels, zum «Urgestein», wie Ehrsam schmunzelnd sagt. «Die Absage erfüllt mich schon mit Wehmut.».

Es habe in den letzten 21 Jahren viele Highlights gegeben, sagt Ehrsam, überlegt kurz, fügt dann an: «Das grösste ist, dass aus dem kleinen Event ein so grosses Motocross-Fest wurde, an dem um die 80 Helfer im Einsatz stehen.» Man sei zu einer grossen Familie zusammengewachsen. Beim ersten Rennen, das 1995 noch in Densbüren über die Felder ging, starteten rund 70 Fahrer, allesamt aus der Region. Im letzten Jahr gingen an die 300 an den Start – und sie taten es mehrsprachig: Fahrer aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien waren dabei.

Sport und soziales Engagement

Die Idee, wieder Motocross-Rennen im Fricktal zu lancieren (bis 1981 gab es die legendären Rennen in Schupfart), entstand Anfang der 90er-Jahre in einem Training. Die fünf «Urmotoren» hatten dabei mit ihrem Event zweierlei im Sinn: Erstens wollten sie den Motorsport populärer machen; zweitens wollten sie den Sport mit einem sozialen Engagement verbinden.

So kommt der gesamte Reingewinn seit der ersten Austragung sozialen Institutionen im Fricktal zugute. Knapp 120 000 Franken Spenden kamen in den 21 Jahren zusammen. Die (vorerst) letzten Spenden erhalten der Verein «fürenand Staffeleggtal» und die Schule Hornussen.

Offenes Training im Herbst?

Vorerst, denn Heinz Ehrsam und seine fünf OK-Kollegen wollen nicht so schnell aufgeben. «Wir suchen weiter nach einem geeigneten Gelände», sagt Ehrsam, «und hoffen, dass wir das Motocross im nächsten Jahr wieder im gewohnten Rahmen durchführen können.» Ihre Antriebskraft ist, neben ihrem eigenen Motocross-Fieber, die grosse Motocross-Familie. «Sie ist unsere Motivation», sagt Ehrsam. «Wir wollen wieder der Treffpunkt sein.»

Ob dies gelingt, kann Ehrsam nicht abschätzen. «Ich hoffe es.» Eine gute Nachricht hat er für alle Motorsport-Begeisterten dennoch: «Im Herbst wollen wir ein öffentliches Training durchführen.» Dieses finde im kleineren Rahmen statt und werde kurzfristig angesagt. Immerhin: Auf das Dröhnen der Motoren müssen Motocross-Fans in diesem Jahr also wohl doch nicht ganz verzichten.

4000 Franken gespendet: Reingewinn für gute Zwecke

Beim (vorläufig) letzten Benefiz-Motocross erwirtschafteten die Veranstalter im letzten Jahr einen Reingewinn von 4000 Franken. Dieser kommt je zur Hälfte dem Verein «fürenand Staffeleggtal» und der Schule Hornussen zugute.

Der Verein «fürenand Staffeleggtal», der 2014 aus einer Untergruppe der Spitex entstanden ist, betreibt einen Mahlzeitendienst. Die 2000 Franken wird der Verein für die Beschaffung von Wärmeboxen einsetzen. Der Verein muss den Verpflegungsdienst ab Mai neu organisieren, da das «Bärestübli»-Wirtepaar Ende April in den Ruhestand geht. Neu arbeitet er mit dem «Feldschlösschen» in Hornussen und dem «Rössli» in Zeihen zusammen.
Die Schulpfege von Hornussen wird die Spende als Re

serve für allfällige Mobiliar-Investitionen zur Bereitstellung von Krippenplätzen einsetzen. Mit dem neuen Krippengesetz, dem der Grosse Rat im Januar zugestimmt hat und das noch vors Volk kommt, müssen die Gemeinden ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot sicherstellen. Die Gemeinde Hornussen sucht mit den Nachbargemeinden eine gemeinsame Lösung. (twe)