Entwicklungskonzept

Erste Überlegungen für einen Rheinzugang im Westen von Rheinfelden

Einen direkten Rheinzugang wie im Osten der Stadt wünschen sich die Einwohner auch für den Westen.

Einen direkten Rheinzugang wie im Osten der Stadt wünschen sich die Einwohner auch für den Westen.

Der Stadtpark Ost hat einen direkten Zugang zum Rhein. Im Westen der Stadt fehlt er – noch. Im Entwicklungskonzept ist er bereits angedacht.

Darum beneiden die Rheinfelder viele: den Rhein und mit ihm ein Naherholungsgebiet direkt vor der eigenen Haustüre. Bei der Stadt weiss man um diese Perle. Grünflächen, Wald und Rheinufer würden «einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität, zur Verbesserung des Stadtklimas und zur nachhaltigen Entwicklung» leisten, heisst es im Schlussbericht des Räumlichen Entwicklungskonzepts (REK).

Diese Lebensqualität will die Stadt weiter erhöhen. Aktuell ist das Rheinufer im Osten der Stadt gut und kostenlos zugänglich, im Westen ist es den Besuchern des Strandbades vorenthalten. Als Idee formuliert das REK die Schaffung eines öffentlichen Parks neben dem Strandbad sowie den Ausbau der Flanier- und Begegnungszone entlang des Rheins.

Eine konkrete Projektidee bestehe aktuell nicht, sagt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage. Derzeit ist die Auswertung der REK-Vernehmlassung im Gang. Erdin rechnet damit, dass das REK nach den Sommerferien im Gemeinderat abschliessend beraten werden kann.

Die Idee eines zusätzlichen Rheinzugangs kommt bei den Rheinfeldern gut an. Das zeigt die Bevölkerungsumfrage der GLP. 366 Personen, quer durch alle Parteien, haben daran teilgenommen. 58 Prozent halten die Forderung der GLP, den Rhein erlebbar zu machen und analog zum Stadtpark Ost im Westen der Stadt einen öffentlichen und kostenlosen Rhein­zugang zu schaffen, für wichtig bis sehr wichtig. Die Partei ­fordert deshalb, dass in Rheinfelden-­West «ein attraktives, niederschwellig nutzbares und naturfreundliches Naherholungs- und Freizeitgebiet geplant und geschaffen» wird.

Dem Rheinsteg trauern einige immer noch nach

Es gibt aber auch skeptische Stimmen. Am Rhein oder im Wald sei es bereits schön, schreibt ein Umfrageteilnehmer. Ein zweiter hält eine ­Attraktivitätssteigerung am Rhein ebenfalls nicht für nötig.

Und noch ein Rheinthema, das die Stadt monatelang beschäftigt hat, taucht in der GLP-Umfrage wieder an die Oberfläche: der Rheinsteg. Nachdem der Steg, den die Rheinfelder beidseits des Rheins bereits bewilligt hatten, in der Planungsphase teurer und teurer wurde und schliesslich 12,7 statt 9,5 Millionen Euro kosten sollte, zogen die Rheinfelder auf Schweizer Seite die Notbremse.

Gegen den Zusatzkredit von 3,2 Millionen Franken ergriffen GLP und SVP das Referendum. Mit Erfolg, in der Referendumsabstimmung lehnten 51,9 Prozent den Zusatzkredit ab.

Anders als das Stegprojekt ist der Wunsch nach einem weiteren Rheinübergang nicht bei allen Rheinfeldern den Rhein hinunter geflossen. In der Umfrage der GLP, also der Partei, die das Referendum ergriffen hatte, weil ihrer Ansicht nach das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht mehr stimmte, gaben mehrere Teilnehmer an, dass sie sich trotz allem einen Steg wünschen – einfach einen deutlich preiswerteren. Ein Teilnehmer verweist dabei auf den einfachen Steg, der 2001 als Schrägseilbrücke zur Diskussion stand und mit zwei Millionen Franken veranschlagt war. Und weiter: «Der Rheinsteg liegt mir am meisten auf dem Herzen und er wäre eine sinnvolle Investition.»

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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