Statt schriller Klänge von Bohrmaschinen gibt es nun wieder schrilles Geschrei von Neugeborenen: Am Samstag feierte die Frauenklinik des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF) in Rheinfelden nach rund zehnmonatiger Umbauphase ihre Neueröffnung. Die Besucher hatten dabei die Gelegenheit, nicht nur die Einrichtungen und Infrastruktur zu besichtigen, sondern auch das Team bestehend aus Ärzten, Hebammen und Pflegefachkräften kennen zu lernen.

Schon 355 Geburten

Vor allem junge Familien und werdende Mütter nutzten dieses Angebot. «Für Frauen, die eine kleinere Klinik suchen, ist Rheinfelden eine gute Option. Das GZF bietet die Sicherheit des Spitals und dazu einen familiären Rahmen», sagt Miriam Crespo, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Und dass diese Option viele Frauen überzeugt, zeigt ein Blick auf die Statistik: 355 Geburten verzeichnete das GZF bis Ende September. «Das sind 40 mehr, als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr und das trotz Umbau», sagt Crespo. Bis Ende Jahr dürften noch einige Geburten dazukommen – in ganz moderner Umgebung.

Die neu eröffnete Klinik verfügt über 15 Betten in 9 Patientenzimmern für die Wöchnerinnen. Die Doppelzimmer können auf Wunsch auch einzeln belegt werden. Die neuen Gebärsäle bieten neben einem separaten Wehenzimmer verschiedene Geburtsmöglichkeiten, unter anderem eine Gebärwanne.

Spitalbetten nach Peru

Mit der Fertigstellung der Frauenklinik ist die erste Etappe des GZF-Umbaus geschafft. Die Frauenklinik stelle mit einer Investition von rund 3,5 Millionen Franken einen Meilenstein dar, sagt CEO Anneliese Seiler. Bis 2017 dauern die Arbeiten – saniert werden der Altbau von 1911 und der Anbau von 1985 – noch. Insgesamt investiert das Zentrum rund 30 Millionen Franken.

Derweil wird auch hinter den Kulissen gearbeitet: Die ausgemusterten Spitalbetten des GZF kommen nämlich schon bald in einem Krankenhaus in einem abgelegenen Ort in Peru zum Einsatz. Organisiert wurde diese Aktion von Esther de Pommery, seit 15 Jahren Hebamme. Mit ihrer Stiftung sorgt sie immer wieder dafür, dass ausgedientes Spitalmaterial wie etwa Gehhilfen und Rollstühle in arme Regionen in der ganzen Welt gebracht wird.