Laufenburg

Erste Asylbewerber ziehen im November ins Notspital

Spital und Alterszentrum (Gebäudekomplexe rechts des roten Krans) liegen nahe beieinander und sind unterirdisch miteinander verbunden. Der Zugang zur Asylunterkunft liegt im Park zwischen Alterszentrum und Spital.

Spital und Alterszentrum (Gebäudekomplexe rechts des roten Krans) liegen nahe beieinander und sind unterirdisch miteinander verbunden. Der Zugang zur Asylunterkunft liegt im Park zwischen Alterszentrum und Spital.

Die ersten Asylsuchenden ziehen voraussichtlich Anfang November ins Notspital in Laufenburg ein. Bis Ende Jahr dürften 65 Personen hier einquartiert werden. Anpassungen sind nötig, diese kosten mehr als 100000 Franken.

Da war es nur noch eine: Mit Muri wird in diesen Wochen die zweite von drei geschützten Operationsstellen (GOPS) zur temporären Asylunterkunft. Sie bietet bis zu 150 Asylsuchenden Platz. Da die Zahl der Asylsuchenden, die der Kanton aufnehmen muss, nach wie vor hoch ist – allein im September wies der Bund dem Aargau 365 Personen zu –, ist definitiv klar: Auch das dritte Notspital, jenes in Laufenburg, wird zur temporären Asylunterkunft. Dies bestätigt Balz Bruder, Mediensprecher im Departement Gesundheit und Soziales, der az.

Bezogen wird das Notspital «voraussichtlich in der ersten Hälfte November», so Bruder. Der Bezug erfolgt zwar gestaffelt, aber zügig: «Die Vollbelegung wird innerhalb von wenigen Wochen erreicht sein.» Das bedeutet, dass bis etwa Ende Jahr 65 Asylbewerber im Notspital einquartiert sind – «mit einer Reserve von 20 Personen für den Notfall», so Bruder.

Insgesamt werden damit Ende Jahr rund 100 Asylbewerber in Laufenburg leben. Bereits im September bezogen die ersten 10 von insgesamt 30 Asylsuchenden – es handelt sich dabei um jüngere Männer aus Eritrea, Afghanistan und Sri Lanka – ein altes Landhaus an der Hinteren Bahnhofstrasse.

Laufenburg plant weiteres Asylzentrum

Laufenburg plant weiteres Asylzentrum (20.7.2015)

In einem unterirdischen Teil vom Spital Laufenburg ist bereits eine Unterkunft für 65 Asylsuchende geplant. Diese soll aber nur im Notfall genutzt werden.

Sanitäranlagen umbauen

In Muri sorgte in den letzten Wochen die Frage, ob für die Umnutzung zur Asylunterkunft ein Baugesuch nötig ist oder nicht, für einige Diskussionen. Ist es nicht, ist Bruder überzeugt. Die temporäre Belegung für wenige Monate sei ohne Baubewilligung möglich. «Wird die GOPS länger in Betrieb sein, wird ein Baugesuch eingereicht.» Länger heisst für Bruder: nach einer Nutzungszeit von zwei Monaten. Deshalb bereitet der Kanton für die GOPS in Baden, die seit Mitte August in Betrieb ist, derzeit ein Baugesuch vor.

Bevor die Asylsuchenden in das unterirdische Spital in Laufenburg einziehen können, muss dieses baulich noch angepasst werden. Küche und sanitäre Anlagen werden «mit einfachen Massnahmen für einen zweckmässigen Betrieb ausgerüstet», so Bruder. Zudem müssen noch Brandschutzauflagen erfüllt werden. Insgesamt rechnet Bruder mit Investitionskosten im «tiefen sechsstelligen» Bereich. Gelöst scheint nun auch die Frage, die besonders den Verantwortlichen des Alterszentrums, das gleich neben dem Spital liegt, Kopfzerbrechen machte: der Zugang zum Notspital. Dieser erfolgt der Mauer entlang und führt somit direkt in den öffentlichen Bereich, «um das Altersheim und dessen Areal möglichst wenig zu tangieren», so Bruder.

Mit dieser Lösung kann Andre Rotzetter, Geschäftsführer des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal, gut leben. «Unsere Befürchtung war, dass der Zugang direkt an unserem Haupteingang vorbeiführt.» Da der Vorplatz ein beliebter Aufenthaltsort der Senioren ist, «wäre des mehr als suboptimal gewesen», so Rotzetter. Als Aussenaufenthaltsbereich wird direkt beim Abgang zum Spital ein Container aufgestellt. Als Abgrenzung zum Alterszentrum wird ein Zaun erstellt.

Der Kanton ist sich bewusst, dass die unterirdische Unterbringung von Asylsuchenden besondere Anforderungen an die Betreuung, Beschäftigung und Sicherheit stellt. Er hat deshalb mit der ORS Service AG ein Unternehmen für die Betreuung engagiert, die mit dieser Art der Unterbringung bereits Erfahrung hat. Die ORS Service AG betreut unter anderem die Asylsuchenden in der unterirdischen Unterkunft in Muri.

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