Wittnau

«Erstaunlich ertragreiche Ernte»: Diese Aargauerin züchtet rund 200 Kürbis-Arten

Aufgrund vieler Sonnenstunden sind die Kürbisse von Regina Hort aus Wittnau gut gereift – für den Verkauf hofft sie auf herbstliches Wetter.

Wer derzeit von Gipf-Oberfrick in Richtung Wittnau fährt und nach rechts blickt, der sieht ein Stück Herbst: Beige, gelb, orange und rot – in herbstlichen Tönen leuchten dort die Kürbisse auf dem kleinen Holzstand von Regina Hort, die auf dem Kehrhof in Wittnau rund 200 Arten verschiedener Speise- und Zierkürbis züchtet. Ihr Anblick ist für die Landwirtin in diesem Jahr eine besondere Freude. «Sie haben in diesem Jahr wirklich intensive Farben und sind toll gewachsen.» Aber nicht nur Farbe und Form der Kürbisse stimmen, sondern auch die Menge. «Es ist eine erstaunlich ertragreiche Ernte», sagt Hort.

Erstaunlich deshalb, weil das Fruchtfleisch der Kürbisse zu einem Grossteil aus Wasser besteht. Der heisse Sommer hat ihnen aber offensichtlich kaum zusetzen können. Im Gegenteil: Die Wärme der letzten Wochen, und dazu immer mal wieder etwas Regen, sorgten dafür, dass die Kürbisse «schön gereift» seien, sagt Hort. Es zeige sich, dass viele Kürbissorten aus südlicheren Gefilden stammten und mit den extremen Bedingungen dieses Sommers gut klargekommen seien.

Die Japaner mit dem nussigen Aroma

Hort verkauft ihre Kürbisse unter anderem auf dem Stadtmarkt in Aarau zweimal die Woche. «Gerade, wenn es von Betty Bossi ein neues Rezept mit einer bestimmten Kürbissorte gibt, kann es sein, dass dieser bei mir extrem nachgefragt wird», sagt sie. Einer ihrer Lieblingskürbisse ist «Sweet Mama» – ein japanischer Kürbis, der sich zum Füllen, für Suppen, Pürees, Pies und zum Überbacken eignet. Auch der Hokkaido, der mit Schale verzehrt werden kann, mundet Hort. «Viele Kunden sind von seinem nussigen Aroma begeistert.»

Neben dem Stadtmarkt verkauft Hort ab Hof und am eingangs erwähnten Selbstbedienungsstand, wobei einige das Wort «Selbstbedienungsstand» zu wörtlich nehmen. «Die Preise sind zwar angeschrieben, oftmals deckt der Betrag abends in der Kasse aber nicht die Gesamtmenge an Kürbissen ab, die mitgenommen wurden», sagt Hort. Für die Gratis-Abholer hat Hort nur ein Kopfschütteln übrig. «Sie sehen nicht, wie viel Arbeit in der Kürbis-Zucht steckt.» Um die zarten Pflanzen gegen die Mai-Kälte zu schützen, setzt Hort ihnen kleine Hütchen auf. Zusätzlich muss das Unkraut auf dem Acker gejätet werden. «Bevor wir sie verkaufen, wird jeder Kürbis mit einer Handbürste sauber geschrubbt, bevor er gewogen und bepreist wird», sagt Hort.

Trendwechsel: vom Zier- zum Speisekürbis

Lagen vor etwa 20 Jahren noch die Zierkürbisse im Trend, haben die Speisekürbisse ihnen mittlerweile den Rang abgelaufen. «Etwa 70 Prozent der Kürbisse, die ich verkaufe, sind Speisekürbisse.» Grund hierfür sei eine Rezeptflut in Magazinen und Kochbüchern, die dazu geführt habe, dass der Kürbiss als Produkt zu einem festen Bestandteil der herbstlichen Küche avanciert ist. Wie gross die Kürbis-Nachfrage ihrer Kunden ist, hängt auch immer vom Wetter ab, sagt Hort. «Wenn es kälter wird, grau und regnerisch, merkt man schon, wie die Lust auf Kürbis bei den Leuten steigt.» Damit dürfte Hort die Wetterprognose für die kommenden Tage – regnerisch mit herbstlichen Temperaturen – entgegenkommen.

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Autor

Dennis Kalt

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