Erster Wettkampf, erste Medaille – und zwar gleich die goldene. Der Möhliner Orientierungsläufer ist am Samstag erfolgreich in die Europameisterschaft in Tschechien gestartet. Die az erreicht Kyburz am Montag nach der geschafften Qualifikation für die Langdistanz.

Die Goldmedaille im Sprint ist Ihre erste Einzelmedaille an Titelkämpfen seit 2012. Wie gross ist die Erleichterung?

Matthias Kyburz: Die ist sicherlich gross. An Titelkämpfen habe ich mich in den letzten Jahren immer schwergetan. Es reichte oftmals für den vierten, fünften oder sechsten Platz – aber halt irgendwie nie ganz nach vorn. Umso schöner ist, dass es jetzt geklappt hat. Und das gleich im ersten Rennen.

Wie gross war der Druck, den Sie sich gemacht haben?

Ich machte mir nicht mehr Druck als sonst. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich es eigentlich drauf habe, dass ich eigentlich ganz nach vorn laufen kann. Es braucht dazu halt auch etwas Glück. Während eines Laufs muss man sich mehrmals zwischen zwei Routen entscheiden. Eine falsche Entscheidung kann einen die Medaille kosten. Dieses Mal waren alle Entscheidungen richtig.

Haben Sie schon während des Rennens gemerkt, dass es gut läuft?

Im Sprint ist so eine Einschätzung schwer. Schwieriger noch als in den längeren Distanzen. Erst auf den letzten Metern ist mir bewusst geworden, dass es um viel geht. Da habe ich die Coaches an der Zielgeraden gesehen, die mich angefeuert haben. In diesem Moment wusste ich, dass ich gut drin bin.

Was gibt Ihnen dieser Erfolg für ein Gefühl für die kommenden Rennen?

Es ist natürlich wunderbar, wenn man so in eine EM-Woche starten kann. Jetzt habe ich schon etwas in der Hand. Das stärkt das Selbstvertrauen und vereinfacht vieles. Trotzdem steht ein hartes Programm an. Und überall fängt es wieder bei null an.

Zu Ihrem Programm gehört auch das Rennen über die Langdistanz. Die Qualifikation dazu haben Sie eben geschafft.

Der Lauf war sehr hart. Die Zeiten lagen allesamt deutlich über den Annahmen. Es war mit rund 28 Grad sehr warm im Vergleich mit den letzten Tagen. Diese Temperaturunterschiede sind eine zusätzliche Herausforderung.

Sie laufen neben der Langdistanz auch noch über die Mitteldistanz und in der Staffel. Schaffen Sie das?

Das ist sicher ein hartes Programm, mit den Qualifikationsläufen sind es sieben Rennen in sieben Tagen. Ich habe mir lange überlegt, ob das alles möglich ist, mich aber dafür entschieden. Wichtig ist die Erholung. Zwischen den Rennen schlafe und trinke ich viel. Momentan bin ich guten Mutes, dass alles klappt.

Das Ziel dürften noch weitere
Medaillen sein?

Für die Mittel- und Langdistanz habe ich sicher eine zusätzliche Motivation: In diesen Disziplinen fehlt mir eine Medaille noch komplett. Dem laufe ich hinterher (lacht). Und die Staffel mit der Schweizer Mannschaft – mit meinem Bruder Andreas – zum Schluss ist sowieso immer speziell. Da kann es nicht an Motivation fehlen, selbst wenn ich müde bin.