Sisslerfeld
Erne AG baut Produktionshalle auf gekauftem Areal

Die Erne AG hat im Juni ein fast fünf Hektaren grosses Gebiet im Sisslerfeld erworben. Nun teilt sie mit, dass sie das Areal selber nutzen, also nicht weiterverkaufen will. Für Aargau Services bleibt ein Life-Science-Campus das Ziel im Sisslerfeld.

Marc Fischer
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Das Sisslerfeld. In der Bildmitte das von der Erne AG Holzbau erworbene Areal auf Münchwiler Boden. Ein Teil der Senke liegt auf dem Gebiet, auf dem dereinst die Produktionshalle gebaut wird.

Das Sisslerfeld. In der Bildmitte das von der Erne AG Holzbau erworbene Areal auf Münchwiler Boden. Ein Teil der Senke liegt auf dem Gebiet, auf dem dereinst die Produktionshalle gebaut wird.

Gerry Thönen

Im Juni gingen im Fricktal die Wogen hoch, als bekannt wurde, dass die Erne AG Holzbau ein 4,7 Hektaren grosses Grundstück im Gebiet Sisslerfeld von der Aargauischen Kantonalbank erworben hat. Die Pläne für das Areal blieben damals im Dunkeln, der Landverkauf wurde aber teilweise harsch kritisiert.

Die Gemeinde Sisseln etwa ärgerte sich darüber, dass die Kantonalbank ausgeschert sei, während andere Grundeigentümer viele Jahre im Sinne einer gemeinschaftlichen Lösung keine Verkaufsbemühungen unternommen hätten.

In der Zwischenzeit haben Gespräche zwischen Kanton, Regionalplanungsverband, Gemeinden und allen Grundeigentümern stattgefunden – und Ergebnisse erzielt, wie Sabina Erny von Aargau Services, der Standortförderung des Kantons Aargau, erklärt.

Die Projektleiterin von Aargau Services bestätigt dabei erstmals, dass die Gemeinden beschlossen haben, die notwendigen Prozessschritte für eine Auffüllung der Senke in die Wege zu leiten.

«Möglichst schnell» soll dies laut der Übereinkunft der Beteiligten geschehen, so Erny. «Die Volumenberechnungen laufen und die Senke wird mit sauberem und möglichst hochwertigem Aushub aufgefüllt.»

Erich Erne, Verwaltungsratspräsident der Erne Holding AG, sieht im Auffüllen der Senke «die schnellste und beste Lösung für die Erschliessung des Areals». Bei einer Auffüllung sei das Land, das heute noch abgesenkt ist, nach spätestens fünf Jahren baubereit, ist er überzeugt.

Interesse an Fortschritt

Und Erich Erne hat ein Interesse an einem Fortschritt auf dem Areal. Die Erne AG Holzbau hat die Parzellen auf dem Sisslerfeld nämlich nicht erworben, um sie weiterzuverkaufen. Die Firma wird das Areal selber nutzen, wie Erne auf Anfrage der az bestätigt. Auf dem erworbenen Grundstück im Sisslerfeld soll eine grosse Produktionshalle entstehen.

Erne erklärt die Beweggründe: «Derzeit haben wir rund 18 000 Quadratmeter Land als Produktions- und Betriebsareal gepachtet. Um eine gesicherte Zukunft zu haben, möchten wir aber die Produktion auf eigenem Land ansiedeln.» Sollte nach dem Bau der Produktionshalle noch Land «übrig» sein, werde man sich die beste Lösung dafür überlegen, so Erne weiter.

Er betonte auch, dass es sich bei der Produktionshalle um «gute, hochwertige Arbeitsplätze handelt». Ängste, die Erne AG Holzbau könnte ihr Grundstück in eine Art Logistikzentrum verwandeln, zerstreut er. «Uns geht es um die Produktion», sagt er. Und: «Unsere Pläne sind mit den anderen Grundeigentümern abgestimmt.»

Erschliessung von Norden her

Bei Aargau Services hat man Verständnis für den Eigenbedarf der Firma Erne. «Der neue Eigentümer Erne AG Holzbau kann sogar für einen Schub bei der Entwicklung des gesamten Areals sorgen», hofft Sabina Erny. Für das übrige Areal bleibe es aber beim Ziel, Betriebe aus dem Hightech- oder Life-Science-Bereich anzusiedeln.

«Auch diese Übereinkunft wurde gemeinsam getroffen», so die Projektleiterin, «die übrigen Grundeigentümer haben bekräftigt, dass sie nicht für sich selber bauen wollen.»

Aufgabe von Aargau Services sei es nun, weiterhin das Gesamtareal im Blick zu behalten und die weitere Arealentwicklung mit den Teilprojekten zu koordinieren, äussert sich Sabina Erny zu den anstehenden Aufgaben.

Einen exakten Zeitplan dafür gibt es noch nicht. Aber: «Ein Ziel ist, dass der nördliche Teil des Sisslerfelds schon relativ bald auf den Markt kommt.» Bereits jetzt gebe es einzelne lose Kontakte und Anfragen.

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