Frick
Erfolgsgeschichte der Kulturvereinigung: Urschrei hallt bis heute nach

Die Kleinkunstbühne Meck feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag – mit einem Fest vom 13. bis 16. Juni. Neben einen offiziellen Teil dürfen sich die Gäste auf viele attraktive, kulturelle Leckerbissen freuen.

Ingrid Arndt
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Die Meck-Verantwortlichen an der Eröffnung der Kleinkunstbühne vor 15 Jahren.
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Die heutigen «Meckianer» Yvonne Brogle, Geschäftsführerin, Pirmin Schmid, OK-Präsident für das Jubiläumsfest, und Flumi Brennwald, Vorstandsmitglied.
Impression von Katja Baumann.
Die Kleinkunstbühne Meck feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag

Die Meck-Verantwortlichen an der Eröffnung der Kleinkunstbühne vor 15 Jahren.

Zur Verfügung gestellt

In diesem Sommer feiert das Meck in Frick ein kleines, aber feines Jubiläum. Nach einer intensiven, einjährigen Umbauphase konnte das ehemalige Bauernhaus in der Geissgasse am 17. April 1998 eingeweiht werden und seine Tore weit öffnen für die Kultur.

Drei Tage wurde damals gefeiert mit dem «Pfannenstiel-Chammersexteed», der Band «Son del Barrio», afro-cubanischen Rhythmen sowie einer Jazz-Matinée. Das Programm war ein Versprechen, aus dem eine 15-jährige Erfolgsgeschichte wurde.

Mit einem Fest vom 13. bis 16.Juni soll nun anlässlich des Geburtstages dieses Versprechen erneuert werden. Neben einen offiziellen Teil dürfen sich die Gäste auf viele attraktive, kulturelle Leckerbissen freuen.

Ursprung im «Urschrei»

Allerdings fing die Sache mit der Kunst schon wesentlich früher an. Bereits vor 27 Jahren gründeten in Frick kulturell hoch motivierte junge Leuten die Kulturvereinigung «Urschrei». Die Idee dazu entstand bei einem Dorffest in Frick, auf dem für das Sauriermuseum gesammelt wurde.

Der Name «Urschrei» hat ein wenig mit dem Gebrüll dieser Riesenechsen zu tun, aber auch mit einem Aufbegehren gegen eine eingefahrene, dörflich-gemütliche Kleinbürgerlichkeit.

Die Kulturvereinigung organisierte zehn Jahre in Folge Open-Air-Festivals, Theater-und Kindervorstellungen, die nicht nur durch ihr Konzept ein Novum in der Region waren, sondern die gerade deshalb auch überregional viele Besucher anzogen.

Anfänglich gab es ein paar Widerstände dagegen, doch durch den enormen Bekanntheitsgrad konnten sich die Veranstalter schnell etablieren. Die Mitglieder des «Urschrei» und ihre Helfer engagierten sich fast ausschliesslich in ihrer Freizeit für dieses Unternehmen, basisdemokratisch und mit grosser Begeisterung feilten sie an Gestaltung und Originalität.

Festes Dach über dem Kopf

Vor 17 Jahren dann manifestierte sich mehr und mehr die Überlegung, ihrer Kultur ein festes Dach über dem Kopf zu geben, unabhängig vom Wetter und den Jahreszeiten. Nach einigen Provisorien kam dann das Angebot von Gründungsmitglied Martin Erb, sein altes Bauernhaus, ideal zentral gelegen, dafür zu nutzen.

Der Mietzins stimmte, weitere kleine Unternehmen wollten ebenfalls in das Gebäude einziehen, das Vornutzungsrecht war den «Meckianern» garantiert.

So krempelten sie in ihrer Freizeit wieder die Ärmel hoch, gingen den professionellen Handwerkern zur Hand, waren Abriss-und Putzkolonne und Gestaltungsteam.

In Arbeitsgruppen brachten sie ihre Vorstellungen zu Innenarchitektur, Bar, Werbung und vieles mehr zu Papier. Die Koordination all dieser Dinge zu dieser Zeit und später war eine Mammutaufgabe, die dann teilweise auch bezahltes Fachpersonal übernahm.

Vielfalt als Markenzeichen

15 Jahre Meck – das bedeutet rückblickend ein Angebot an regionaler, schweizweiter und internationaler Kunst mit Konzerten, Schauspiel, Lesungen, Politik, Pétanque-Turnieren, Biomärkten und Ausstellungen.

Das Markenzeichen ist Vielfalt, Qualität, ansprechende Atmosphäre, familiäres Flair für Künstler und Publikum. Der Anspruch: Vermittlung von Bekanntem und Unbekanntem, ein Podium zu sein für junge, aufstrebende Kulturschaffende und solchen, die sich längst weltweit einen Namen gemacht haben.

Die Veranstaltungen im Meck werden sehr geschätzt, ihr Bekanntheitsgrad ist gross. Es konnten unter anderem Musiker aus Afrika, Südamerika oder Russland verpflichtet werden. Es gelang, eine generationsüberschreitende Balance herzustellen, Interesse für Neues zu wecken.

Es gab Veranstaltungen, bei denen das Haus fast aus allen Nähten platzte, aber auch solche, bei denen sich die Organisatoren mehr Gäste gewünscht hätten. Mit einem Angebot von maximal 200 Plätzen im Haus und 400 im Garten und durchschnittlich 50 Kulturveranstaltungen pro Jahr kann sich die Besucherzahl zwischen 5000 und 6000 sehen lassen.

Das Motto lautet seit 15 Jahren: Keine ausgetretenen Wege gehen, Qualität und Vielfalt zu bezahlbaren Preisen bieten. Als Motor dienen junge Leute, die in ihrer Freizeit mitmachen.

Natürlich gab es neben Höhen manchmal auch kleine Rückschläge, verregnete Open-Air-Konzerte, arktische Kälte mitten im Sommer, bei der die vorhandenen Decken nicht ausreichten, um das Publikum bei Wärme zu halten.

Doch das konnte niemanden bremsen, dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitglieder der Kulturvereinigung entwickelte sich das Haus an der Geissgasse zu einer landesweit bekannten und geschätzten Institution.

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