Fricktal
Erfolgreiche Zweckgemeinschaft bei der Fricktaler Polizei

Die Regionalpolizeien im Fricktal arbeitet zusammen. Ein Ausbau der Zweckgemeinschaft ist denkbar: «Die freien Ressourcen erlauben es, zu kritischen Zeiten mehr Personal einzusetzen». Allerdings ist keine Fusion vorgesehen.

Nadine Böni
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Die Zusammenarbeit der beiden Fricktaler Regionalpolizeien hat sich bisher sehr gut bewährt.

Die Zusammenarbeit der beiden Fricktaler Regionalpolizeien hat sich bisher sehr gut bewährt.

Aargauer Zeitung

Als der Kanton Aargau im Frühjahr 2010 neue Standards für die Gewährleistung der lokalen Sicherheit einführte, da stellte dies die Regionalpolizei (Repol) vor eine Herausforderung. Zu schmalbrüstig waren die beiden Korps im unteren und oberen Fricktal, um die erhöhten Anforderungen umzusetzen. «Wenn wir höhere Standards erfüllen wollen, brauchen wir einen Partner», sagte der damalige Führungsausschuss-Vorsitzende der Regionalpolizei Oberes Fricktal, Anton Mösch.

Und im unteren Fricktal stiess er damit auf offene Ohren. Man sei zwar «vorsichtig der Meinung», dass die Repol es im Alleingang schaffen würde. «Aber der Arbeitsdruck würde steigen. Deshalb wäre eine gemeinsame Lösung mit dem oberen Fricktal von Vorteil», erklärte der Chef der Repol, Hansueli Loosli. Gesagt, getan: Seit April 2010 läuft die Zusammenarbeit. Von Montag bis Donnerstag sind gemeinsame Spätpatrouillen – je ein Beamter vom unteren Fricktal und vom oberen Fricktal – unterwegs.

Auch der anschliessende Pikettdienst wird gemeinsam übernommen. Im Sonntagsdienst sind die Beamten ebenfalls gemeinsam im Einsatz. Und im Bereich Chefpikett arbeitet auch noch die Repol Zurzibiet mit: Jede Polizeiorganisation stellt alle drei Wochen das Chefpikett sicher.

Ressourcen besser genutzt

Hansueli Loosli und der Chef der Repol im oberen Fricktal, Werner Bertschi, sehen in der Zusammenarbeit verschiedene Nutzen. Es seien in Zeiten mit wenigen Aufträgen zwar weniger Beamte im Einsatz. Aber: «Die freien Ressourcen erlauben es, zu kritischen Zeiten mehr Personal einzusetzen. Gesamthaft sind also nicht weniger Polizisten im Einsatz.» So sei der Kräfteeinsatz optimiert und auf die Zeiten mit starker Beanspruchung abgestimmt.

Auch die Erhöhung der polizeilichen Präsenz sowie die gegenseitige Unterstützung in besonderen Fällen nennt er als Vorteil der Zusammenarbeit. Und zu guter Letzt: «Die Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung.» Einen möglichen Nachteil sieht Loosli nicht darin, dass zu bestimmten Zeiten nur eine Patrouille im ganzen Fricktal unterwegs ist und bei einem Einsatz entsprechend lange Wege entstehen. Im Gegenteil: Seit der Zusammenarbeit seien die Patrouillen bereits unterwegs. «Dadurch wird gegenüber einer Pikettdienst-Lösung Zeit gewonnen», sagt Loosli.

Entsprechend fällt auch sein Fazit aus: «Die Zusammenarbeit hat sich ausgezeichnet bewährt und ist ressourcenschonend.» Bereits vor vier Jahren betonten die Verantwortlichen auf beiden Seiten, dass eine Fusion kein Thema sei. Daran hat sich trotz der erfolgreichen Zusammenarbeit nichts geändert. «Dies ist nicht vorgesehen», sagt Loosli.

Zwar gibt der Repol-Chef zu, dass Synergien in der Administration und bei der Auslastung der Infrastruktur dafür sprechen würden. Gleichzeitig würde aber die unterschiedliche Ausgangssituation punkto Bevölkerungsdichte und Anzahl Gemeinden dagegensprechen.

«Der Koordinationsaufwand würde höher und der Bezug zur Bevölkerung dürfte abnehmen. Das Einsatzgebiet würde für eine einzige Regionalpolizei zu gross werden», sagt Loosli. Das Nein zur Fusion heisst allerdings nicht, dass auch eine ausgebaute Zusammenarbeit undenkbar ist. «Grundsätzlich werden wir jede Möglichkeit mit Optimierungspotenzial näher prüfen», sagt Hansueli Loosli.

Gemeinsame Beschaffungen

Etwa bei der gemeinsamen Anschaffung von Geräten sowie Ersatzbeschaffungen werde deshalb geprüft, wo eine gemeinsame Beschaffung sinnvoll ist. Ebenfalls diskutiert werden gemeinsame Trainings, die nicht bereits durch den Verband der Aargauer Gemeindepolizeien (VAG) abgedeckt sind.