Theaterverein Gansingen
Erfahrener Theaterregisseur: «Die Anspannung vor jeder Premiere bleibt»

Im Stück «De letscht Wunsch» führt Robert Oeschger bereits zum 15. Mal Regie beim Theaterverein Gansingen. Die Komödie soll dem Zuschauer einen amüsanten Abend bescheren, sagt er. Die Regie-Arbeit sei für ihn ein Ausgleich zum Alltag.

Susanne Hörth
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Damit das Zusammenspiel der Akteure auf der Gansinger Theaterbühne stimmt, sorgt Regisseur Robert Oeschger. zvg

Damit das Zusammenspiel der Akteure auf der Gansinger Theaterbühne stimmt, sorgt Regisseur Robert Oeschger. zvg

Die Turnhallenbühne in Gansingen ist ab Samstagabend Zivilschutzraum und wird zum Ort für spannende Unterhaltung, aussergewöhnliche Situationen, Turbulenz und Humor. Der Theaterverein Gansingen lädt zur Premiere von «De letscht Wunsch» (von Adrian Meyer) ein. Bereits zum 15. Mal zeichnet Robert Oeschger für die Regie verantwortlich. Kreativität spielt für den 53-jährigen Gansinger auch im Beruf eine wichtige Rolle. Ihm gehört die Drechslerei Oeschger, Drechslerart in Gansingen. Regiearbeit ist für den vierfachen Vater ein Zusammenspiel vieler Dinge.

Das, was das Publikum mit der Premiere erleben wird, hat für Sie schon lange zuvor begonnen. Wann wurde mit den Probearbeiten gestartet?

Robert Oeschger: Der Theaterstart mit allen Vereinsmitgliedern fand am 14. August im vergangenen Sommer statt. Die Schauspieler wussten zu diesem Zeitpunkt bereits, welche Rolle sie spielen werden. Zur ersten Probe traf man sich dann am 20. August.

Wie erlebten Sie dieses Einstudieren mit den Laienschauspielern?

Ich durfte mit einem motivierten Team zusammenarbeiten, das sich selber auch einbrachte und meine Ideen umsetzte.

Kennen Sie die Schauspieler schon aus früheren Produktionen?

Da alle Schauspieler aus Gansingen kommen, kenne ich alle schon sehr lange. Alle haben schon Bühnenerfahrung, zum Teil auch mehrjährige.

Ist dieses Kennen von Vorteil bei der Theatereinstudierung?

Da ich die verschiedenen Charaktere kenne, war die Rollenverteilung einfacher. Ich weiss, wie ich auf die Personen zugehen kann und welche Mödeli ich eventuell austreiben muss.

Das Zusammenspiel zwischen Regisseur und Schauspielern ist das eine für das Gelingen eines guten Theaterstücks. Was braucht es noch?

Ganz sicher braucht es alle, vom OK mit Thomas Leu an der Spitze bin hin zur Mitarbeit aller am Theater Involvierten. Ganz wichtig sind für mich auch Beda Denkinger und Thomas Szabo als Bühnenplan- und Bühnenbauspezialisten.

Das neue Stück ist ein Aufeinandertreffen von Fiktion und Realität. Die Charaktere und Geschichten der Personen, die durch ein Alarmsignal in einen Zivilschutzraum flüchten und hier auf engen Raum zusammensitzen, prägen die Handlung. Ist es eine sehr schwere Kost, die da den Zuschauer erwartet?

Nein, die Kost ist sehr leicht verdaulich. Es ist eine Komödie, die dem Zuschauer einen schönen, amüsanten Abend bescheren soll.

Das Theater Gansingen ist bekannt für seine hochstehenden Produktionen. Entsprechend gross sind die Erwartungen des Publikums. Setzt Sie das als Regisseur unter Druck oder ist es vielmehr ein Ansporn?

Sicher will ich das Optimum aus jedem Spieler herausholen und diese damit ins beste Licht setzten. Auch nach mehrjähriger Regiearbeit bleibt eine gewisse Anspannung vor jeder Premiere.

Was bedeutet Regiearbeit für Sie?

Die Regiearbeit ist ein Ausgleich zu meiner täglichen Arbeit. Ich fühle mich wohl in einer geselligen Runde, wie es in unserem gut funktionierenden Ensemble der Fall ist.

Was unterscheidet die Regiearbeit von der Arbeit des Schauspielers?

Der Theaterspieler arbeitet für sich an seiner Rolle. Ich als Regisseur muss alle Rollen sehen und das Ganze zu einer harmonischen Einheit zusammenführen.

Wie bereiten Sie sich auf die Aufgabe als Regisseur vor?

Ich lese das Stück mehrmals und mache mir die ersten Gedanken, vieles entsteht dann auch in den Proben, wenn man die Spieler vor sich hat und das Bühnenbild und die Requisiten zum Einsatz kommen. Ich besuchte zudem schon mehrere Regie- und Spielerkurse.

In der Region Mettauertal gibt es neben dem Theater Gansingen auch die Spielleute Hottwil sowie das Kleinstensemble des Gansinger Mülitheaters. Alle für sich bekannt für sehr gute und hochstehende Produktionen. Ist die Konkurrenzsituation schwierig oder gar motivierend?

Ich sehe es nicht als Konkurrenz. Jede Theatergruppe hat eine eigene Spielkultur und so entsteht eine grosse Vielfalt, die das Leben in unserem Tal kulturell bereichert.

Was beschäftigt Sie und die Theatercrew vor einer Premiere am meisten?

Wie kommt das Stück bei unseren Theaterbesuchern an. Welche Details können wir in der letzten Woche noch verbessern.

«De letscht Wunsch» wird am 11. / 18. / 19. / 22. / 24. / 25. Januar in der Turnhalle Gansingen aufgeführt.