Kaisten
Erdkröten fühlen sich neben den über 1000 ausgesetzten Goldfischen nicht wohl

Der Heubergweiher in Kaisten ist ein Laichgebiet von nationaler Bedeutung. Insbesondere Erdkröten fühlen sich hier wohl. Doch auch den asiatischen Zierfischen gefällt es, sie vermehren sich munter.

Susanne Hörth
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Bei Regenwetter tauchen die Goldfische in die Tiefen des Weihers ab. Scheint die Sonne, präsentiert sich dem Beobachter direkt unter der Wasseroberfläche ein glänzender orange-roter Teppich: Goldfische, so weit das Auge reicht.

Bei Regenwetter tauchen die Goldfische in die Tiefen des Weihers ab. Scheint die Sonne, präsentiert sich dem Beobachter direkt unter der Wasseroberfläche ein glänzender orange-roter Teppich: Goldfische, so weit das Auge reicht.

Susanne Hörth

An schönster Stelle im Kaister Wald liegt der Heubergweiher. Vom Parkplatz Friedhof ausgehend, rechter Hand dem leicht ansteigenden Waldweg folgend, entlang des informativen Waldlehrpfades erreicht der Wanderer nach einer guten halben Stunde Fussmarsch den idyllischen, von hohen Bäumen umgebenen Weiher.

«Der Heubergweiher ist Objekt des Inventars der Laichgebiete von nationaler Bedeutung. Namentlich der Erdkrötenbestand ist hier sehr gross», sagt Meinrad Bärtschi von der Abteilung Landschaft und Gewässer des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Es hüpfen jedoch keine Kröten davon und tauchen in die Tiefen des Wassers ab, als sich eine Spaziergängerin dem Gewässer nähert. Nur wenige Kaulquappen sind am flachen Ufer zu erkennen. Dafür präsentiert sich ein orange-rot glänzender Teppich direkt unter der Wasseroberfläche: Goldfische. «Es sind über 1000», sagt der Kaister Förster Oliver Eichenberger. Das Forstamt Kaisten ist laut Gemeindeverwaltung für die Pflege des Waldweihers zuständig.

Die asiatischen Zierfische haben im Waldweiher eigentlich nichts verloren. Sie wurden ausgesetzt. Die Freiheit im grossen Waldgewässer scheint den rot-goldenen Tieren offensichtlich zu gefallen. Sie vermehren sich munter, überstehen auch die Winter dank der Tiefe des Weihers gut. Das Aussetzen von Goldfischen ist längst keine Seltenheit mehr. In öffentlichen Gewässern stört der nicht einheimische Fisch das natürliche Gleichgewicht erheblich. Der Heubergweiher, gemäss Kulturplan der Gemeinde Kaisten ein geschütztes stehendes Gewässer, soll als Laich- und Nahrungsbiotop erhalten bleiben. Mit dem sich schnell vermehrenden «Fremdling», dem Goldfisch, kein einfaches Unterfangen. Denn die gefrässigen Fische machen sich über den Laich der Amphibien her, fressen Kaulquappen und andere Kleintiere und mögen auch Insektenlarven. «Das vermindert den Wert des Laichgewässers erheblich», sagt Meinrad Bärtschi. Er betont, dass das Aussetzen von Tieren untersagt ist.

Doch wie dem goldglänzenden Fisch Herr werden? Die Schwärme mit dem Netz einzufangen, ist ein eher schwierigeres Unterfangen. Gerade beim Kaister Heubergweiher, der eine gewisse Tiefe aufweist, können die Tiere problemlos vor den Fangbemühungen abtauchen. Förster Oliver Eichenberger sagt, auch das temporäre Einsetzen von Hechten könne Wirkung haben. Dass dies schon versucht wurde, weiss alt Gemeindeschreiber Georg Winter. Der gewünschte Erfolg blieb aber aus. Wichtig ist, dass die Hechte wieder herausgeholt werden. Eine zeit- und arbeitsaufwendige Massnahme wäre, so Oliver Eichenberger, kurzfristig das gesamte Wasser des Weihers abzupumpen und alle Goldfische zu entfernen.

Auch Jürg Winter vom Naturschutzverein Kaisten ist wenig erfreut über das Auffinden von exotischen Fischen in den Amphibienteichen. Bei kleinen Gewässern können sehr kalte Winter helfen, sagt Meinrad Bärtschi. Und fügt an, dass das richtige Vorgehen zur Reduktion der Goldfische am Gewässer selber eingehend geprüft werden muss.