Möhlin
Er will der Schule von Möhlin ein Dach geben

Renato Burget trat vor drei Monaten sein Amt als Gesamtschulleiter an – und das in schwierigen Zeiten. Seine Ziele sind definiert. Er will die Schule Möhling auf einen gemeinsamen Kurs bringen.

Nadine Böni
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Renato Burget will die Schule Möhlin auf einen gemeinsamen Kurs bringen.nbo

Renato Burget will die Schule Möhlin auf einen gemeinsamen Kurs bringen.nbo

Nadine Böni

Öffentliche Streitereien in der Schulpflege, plötzliche Abgänge von Schulleitern, anonyme Briefe von Lehrkräften, schliesslich der Rücktritt von Schulpflege-Mitglied Sukhwant Singh – es war in den vergangenen Monaten ganz schön Feuer im Dach der Schule Möhlin. Und mittendrin trat der neue Gesamtschulleiter, Renato Burget, am 2. Februar seine Stelle an.

Gut drei Monate ist das nun her, und Burget sagt: «Es war eine anstrengende Zeit – das ist es aber immer, wenn es auf den Schuljahreswechsel zugeht.» Generell ist er darauf bedacht, der Situation die Dramatik zu nehmen. Er will nicht als Feuerwehrmann bezeichnet werden. So habe er sich beispielsweise in den Streit in der Schulpflege gar nicht gross eingemischt. Nun sei das Thema ohnehin abgeschlossen.

Zahnräder greifen schlecht

Vielmehr kümmerte sich Burget in seinen ersten Tagen im Amt um die dringenden Anliegen der Schulhausleitungen und Lehrkräfte, also der Mitarbeiter an der Front. Während eineinhalb Jahren war die Stelle des Gesamtschulleiters vakant. «Das habe ich gemerkt», sagt Burget. Der Gesamtschulleiter fügt an, dass die fünf Schulstandorte im Dorf – womöglich durch die lange Vakanz bedingt – sehr autonom funktionierten.

«Das hat Vorteile. So treffe ich überall auf sehr lebendige, professionelle, dynamische und engagierte Lehrerteams und Schulhausleitungen», sagt Burget. Andererseits fehle darüber das einheitliche Dach. Deshalb würden die standortübergreifenden Zahnräder in der operativen Führung schlecht greifen.

Renato Burget anerkennt, dass die Pensen der Schulhausleitungen knapp bemessen seien. Vielleicht hätten deshalb teilweise Schulhausleiter und Lehrkräfte öffentlich eine Veränderung in der Organisation gefordert: weg von der zentralen Schulverwaltung, hin zur eigenständigen Schulhausleitung an jedem Standort. Mit höheren Pensen oder Unterstützung durch ein eigenes Sekretariat. «Dieser Wunsch entstand wohl auch aus der Not heraus», vermutet Burget.

Er selber kann dieser Idee wenig abgewinnen. «Ich glaube nicht, dass wir das Problem so lösen können», sagt Burget. Vielmehr würde eine dezentrale Verwaltung einen «riesigen Mehraufwand» bedeuten. «Die Aufgabe ist es jetzt, die einzelnen Zahnräder wieder zum ineinander Greifen zu bringen – vom Kindergarten bis zur Oberstufe. «Wenn die vorhandenen Synergien der Schulhausleiter und Schulverwaltung optimaler genutzt würden, gäbe dies auch eine Entlastung für die Schulhausleitungen», ist Burget überzeugt.

Kommunikation verbessern

In intensiven Gesprächen mit den Schulhausleitern, Lehrkräften und der Schulverwaltung ist er daran, die Situation genau zu analysieren, um daraus zu lernen. «Sicher ist, dass die öffentliche und interne Kommunikation in der Vergangenheit nicht immer glücklich war», sagt Burget. Die Konsequenz: Er will in Zukunft als Kopf der Schule auftreten, den Druck von der Lehrerschaft nehmen, selber in der Öffentlichkeit zu stehen.

Für verschiedene Projekte in den Bereichen Kommunikation, Qualitätsmanagement und Optimierung der Schnittstellen ist er daran, Ressourcen zu schaffen. In diesem Zusammenhang erwähnt Burget auch das laufende Projekt Retorno. Dieses habe zum Ziel, die Prozesse der internen Schulorganisation zu analysieren und neue, einfachere Abläufe zu definieren. Im Dezember sind die ersten Ergebnisse dieses Projekts zu erwarten.

Zwei Jahre Zeit

Geht es nach Burget, soll die Schule Möhlin in Zukunft wieder ein einheitliches Dach haben. «Eine Leitplanke, die den Rahmen und die Richtung vorgibt», sagt er. «Momentan geht es mir darum, herauszufinden, wie diese Richtung aussieht.» Er will sich, den Schulhausleitern und der Lehrerschaft genug Zeit geben, ein gemeinsames Ziel zu finden. «Eineinhalb Jahre war kein gemeinsames Dach da. Es wird wohl mindestens so lange gehen, bis wieder eines gebaut ist», so Burget.

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