Rheinfelden

Er verlässt Feldschlösschen und zieht in die südamerikanische Pampa

Für Markus Werner ist es noch nicht das Abschiedsbier an der Theke vom brauereieigenen «Schlossgarten».

Für Markus Werner ist es noch nicht das Abschiedsbier an der Theke vom brauereieigenen «Schlossgarten».

Markus Werner ist Leiter Unternehmenskommunikation im Rheinfelder Feldschlösschen. Doch nicht mehr lange: Der 43-Jährige verlässt die Brauerei und macht sich auf eine Reise nach Südamerika.

Perfekte Überraschung, als die Nachricht durchsickert, dass Markus Werner die Leitung der Unternehmenskommunikation bei Feldschlösschen abgibt. Kurz nach seinem 10. Dienstjubiläum in der Brauerei möchte er den im März 2008 übernommenen Posten räumen und sich eine «kreative Auszeit» nehmen. Als Nachfolgerin per 1. November steht bereits Gaby Gerber fest, quasi ein «Eigengewächs» von Feldschlösschen und derzeit für Standortmarketing verantwortlich.

«Reisen vermitteln neue Eindrücke und Ideen; sie wirken beflügelnd», ist Markus Werner (43) überzeugt. Anfang Januar geht’s los in Richtung Südamerika, zunächst nach Buenos Aires, dann quer durch Argentiniens Pampa, später nach Peru zu den geheimnisvollen Inka-Stätten in den Anden. Brasilien steht ebenfalls auf dem Routenplaner. «Ich habe kein fixiertes Endziel, bin also extrem flexibel.» Einmal frei von Zwängen sein, den Terminkalender wegwerfen, dies schwebt Markus Werner zumindest mal ein Vierteljahr lang vor. Und fällt leicht, weil ihn keine familiären Verpflichtungen fesseln.

Ohne Zelt- und Schlafsack-Romantik

Er sieht sich keinesfalls als Aussteiger oder Globetrotter, doch als Greenhorn steuert er auch nicht den südamerikanischen Kontinent an. Bevor er bei Feldschlösschen einen Job bekam, war Werner acht Monate in Asien unterwegs, bereiste Mittelamerika. «Nach Afrika hat es mich weniger stark hingezogen, aber das kann ja noch kommen», schmunzelt er. Also doch ein Weltenbummler; ein Mensch, den es zeitweilig in die Ferne zieht und der sich bezüglich seiner Habseligkeiten mit dem Raum in einem grösseren Rucksack begnügt. Allerdings: Auf Zelt- und Schlafsack-Romantik möchte Markus Werner auf seiner neuen Tour verzichten.

Bescheidene Spanischkenntnisse sind für ihn kein Grund, sorgenvoll zu starten. «Unterwegs sein und in einem fremden Alltag lernen, das ist doch eine tolle Sache.» Beim Eintauchen in fremde Länder und Kulturen möchte Werner die vielfältigen Impulse aufnehmen, innerlich verarbeiten und mit Blick auf die Zukunft analysieren. Das kommt nicht von ungefähr, denn er studierte Psychologie und im Nebenfach Publizistik.

Kündigung fiel schwer

Der (noch) Kommunikations-Chef vom Feldschlösschen weiss: «Ich gebe einen Traumjob auf, den nur wenige Unternehmen bieten können.» Etwas Wehmut klingt an, wenn er von einer «spannenden Aufgabe und einem engagierten Team» spricht; die Kündigung sei ihm schwergefallen.

Letztlich siegten Fernweh und eine unerschütterliche Überzeugung: «Ich möchte mir bewusst den Luxus leisten, meine berufliche Zukunft vorläufig offen zu lassen.» Seiner Nachfolgerin Gaby Gerber windet er ein Kränzchen: «Das ist eine sehr gute Lösung.»

Reiner Biergenuss war die Arbeit nicht immer, wenn Markus Werner zurückblickt. Zu den grössten Herausforderungen zählt er die Euro 08. Die Schliessung von Cardinal in Fribourg bewegt ihn heute noch: «Negativ-Meldungen der Öffentlichkeit zu erklären, ist nie einfach.»

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