Schupfart

Er vergass die Wölbeklappen umzustellen und rollte über den Pistenrand

Nun liegt der summarische Unfallbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust zum Vorfall vor.(Archivbild)

Nun liegt der summarische Unfallbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust zum Vorfall vor.(Archivbild)

2018 musste ein Segelpilot in Schupfart den Start abbrechen. Der Flieger kam über das Pistenende hinaus. Jetzt liegt der Bericht vor.

Am 18. Mai 2018 musste ein Pilot, begleitet von einem Fluglehrer, den Start eines Segelflugzeugs auf dem Flugplatz Schupfart abbrechen. Das Flugzeug – ein eigenstart­fähiges, zweisitziges Hochleistungssegelflugzeug vom Typ Arcus M – rollte über den Pistenrand hinaus, wodurch es leicht beschädigt wurde. Pilot und Fluglehrer blieben unverletzt.

Nun liegt der summarische Unfallbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust zum Vorfall vor. Der Bericht zeigt, dass beim ersten Einweisungsflug für den Eigenstart auf dem geschulten Flugzeug alles rund lief.

Fluglehrer bemerkte es nicht

Beim Startablauf zum zweiten Einweisungsflug vergass der Pilot dann aber, die Stellung der Wölbklappen, die während des Startablaufs gemäss Vorschriften ab etwa 40 km/h von einer negativen oder neutralen in eine positive Stellung gebracht werden muss, umzustellen. Der Fluglehrer bemerkte dies nicht.

«Pilot und Fluglehrer waren auf die Beschleunigung und die Geschwindigkeit des Segelflugzeuges fokussiert, die im üblichen Rahmen lagen», heisst es im Unfallbericht. Dies auch aufgrund der relativ kurzen Piste.

Auch für erfahrene Piloten anspruchsvoll

Der Bericht hält zudem entlastend fest, dass das vorgeschriebene Umstellen der Wölbklappen während des Startablaufs «eine gewisse Kapazität des Piloten bindet und daher selbst für erfahrene Segelflugpiloten anspruchsvoll ist».

Weshalb aber ist das Umstellen der Wölbklappen überhaupt nötig? «Bei niedrigen Geschwindigkeiten verbessert sich die Querruderwirkung mit einer neutralen oder negativen Stellung der Wölbklappen gegenüber einer positiven Stellung», erklärt der Bericht. Aus diesem Grund werde im Luftfahrzeug –Flughandbuch ein Startverfahren vorgeschrieben, das ein Umstellen der Wölbklappen während des Startlaufs erfordere und somit einen Handwechsel weg vom Leistungshebel hin zum Wölbklappenhebel und wieder zurück bedinge.

Da die Wölbklappen beim fraglichen Start nicht umgestellt waren, konnte das Flugzeug nicht abheben. Der Pilot brach daraufhin den Start ab und das Segelflugzeug überrollte das Ende der Piste. Hier kam es zu einer Berührung des Flügels mit dem hohen Gras. Dies löste laut Unfallbericht die Drehung des Segelflugzeuges um die Hochachse aus, wodurch das Flugzeug leicht beschädigt wurde.

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Autor

Thomas Wehrli

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