«Wer erwischt wird, kassiert happige Strafen»: Diese Botschaft vermittelt Michael Derrer, Laienrichter, Justizdolmetscher und Unternehmer aus Rheinfelden, seit August in rumänischen Medien. Über 30 Artikel sind bereits erschienen. Derrer will mit der Kampagne dafür sorgen, dass weniger Kriminaltouristen in die Schweiz kommen. In Rumänien herrsche ein falsches Bild der Schweiz, sagt Rumänien-Kenner Derrer, man glaube, dass Diebe kaum erwischt oder rasch wieder freigelassen werden.

Informationskampagne gegen Kriminaltourismus

3.8.2016: «Tele M1»-Bericht über Laienrichter Michael Derrer

... der Kriminaltouristen mit einer Kampagne in Rumänien klar machen will, dass sich ein Ausflug in die Schweiz nicht lohnt.

Auch in Schweizer Medien stiess Derrer mit seiner Kampagne auf Resonanz. Auf seine Anfrage um Unterstützung ans Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) und an die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) erhielt er jedoch einen abschlägigen Bescheid, wie er in einer Mitteilung schreibt. «Von beiden erhielt ich mündlich Bescheid, dass meine Idee gut und wichtig sei», präzisiert Derrer auf Anfrage, «aber das EJPD verwies auf die Kantone, die KKJPD ihrerseits auf den Bund.» Dieses «Pingpong-Spiel» ärgert den Rheinfelder. «Ich hatte nicht erwartet, dass sofort konkrete Beträge gesprochen werden, aber man könnte mindestens in einem Gespräch erörtern, welche weiteren Schritte sinnvoll sind.»

Ihm schwebte vor, statistisch zu erheben, woher die Kriminaltouristen kommen und die Kampagne weiter zu professionalisieren – etwa mit einem Youtube-Video. «Mit 50 000 Franken könnte man in Rumänien präventiv schon viel bewirken», ist Derrer überzeugt. Er schätzt, dass ein einzelner Kriminaltourist Kosten in derselben Höhe verursacht, wenn er in der Schweiz festgenommen wird und sechs Monate in Untersuchungshaft sitzt. «Wenn er dann noch zu einer Gefängnisstrafe von anderthalb Jahren verurteilt wird, erhöhen sich die Kosten wohl schon auf rund 150 000 Franken», schätzt Derrer weiter. «Ich frage mich, wann sich die Schweizer Behörden gegenüber neuen Wegen der Prävention öffnen werden.»

Derrer wird seine Kampagne weiterführen. «Ich werde noch andere Stellen bei Bund und Kanton anfragen», sagt er, «und sonst auf eigene Faust weitermachen, dann halt in einem kleineren Rahmen.» Auch in Rumänien wird sich Derrer zudem um Unterstützung für seine Kampagne kümmern. «Ein erstes Gespräch mit einem Staatssekretär des Aussenministeriums hat stattgefunden und ich werde dort bei einer Ausschreibung mein Projekt einreichen.»