Oeschgen
Er ist Wurstsalat-Weltmeister – und will den Titel erneut holen

Der Metzger aus dem Fricktal ist Wurstsalat-Weltmeister – im August muss er seinen Titel verteidigen. Was kreiert er diesmal für ein Menü?

Thomas Wehrli
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Alles Käse oder was? René Schmid tüftelt am perfekten Wurst-Käse-Salat – für die Weltmeisterschaft in Oeschgen.

Alles Käse oder was? René Schmid tüftelt am perfekten Wurst-Käse-Salat – für die Weltmeisterschaft in Oeschgen.

Thomas Wehrli

Der Weltmeister empfängt den Gast standesgemäss: mit einem frisch zubereiteten Wurst-Käse-Salat. René Schmid, 45, Metzger von Beruf, ist seit einem Jahr der unangefochtene König der Wurstsalat-Fraktion. In Eptingen BL setzte er sich vor einem Jahr mit seiner Kreation «gegen eine starke Konkurrenz» durch und holte den Weltermeister-Titel ins Fricktal.

Nun gilt es, den Titel am 8. August auf «heimischem» Boden, in Oeschgen, zu verteidigen. «Ich bin eifrig am Testen von neuen Zutaten», erklärt er in der Küche seiner Wohnung auf dem Kornberg. Er lacht, streicht sich durch den Bart. «Restlos begeistert bin ich noch nicht. Aber ich habe ja noch etwas Zeit.» Sein wurstig-käsiges Ziel ist klar: «Ein Platz auf dem Podest».

Durchgesetzt hat sich Schmid im letzten Jahr, weil der Salat der Jury am besten mundete. «Von der Dekoration her hatte ich keine Chance», gesteht er, «da waren andere deutlich origineller und aufwendiger unterwegs.»

Was aber zeichnet für den Deko-Puristen den perfekten Wurst-Käse-Traum aus? «Die Sauce», kommt es wie aus der Wurst geschossen. Lecker muss sie sein – und deftig. Schmid bereitet sie mit selbst gemachter Mayonnaise («etwas anderes kommt mir nicht in die Tüte»), Öl, Essig, Quark und Gewürzen zu. Bei Letzteren «bin ich kreativ». Will heissen: Er nimmt jene Gewürze, die ihm gerade in die Hand fallen – und von denen er das Gefühl hat: «Das passt.» Der Salat schmecke so nicht immer gleich, «aber genau das schätze ich. Beim Gemüse würde man sagen: ein herrliches Ratatouille».

Entscheidend ist für Schmid neben der Sauce die Wurst- und Käse-Wahl. Der Fricktaler ist dabei «der rezente Typ» – für ihn dürfen, nein: müssen der Emmentaler oder Gruyère ordentlich würzig sein. Dann noch Gurken, Eier, Speckwürfel, Zwiebeln in die Schüssel – und fertig ist der weltmeisterliche Salat.

Und vor welchen Käse-Fallen und Wurst-Klippen warnt der Weltmeister den Salat-Laien? «Falsch machen kann man eigentlich nichts», sagt er, überlegt kurz und fügt dann an: «Das einzige No-Go ist für mich eine Fertigsauce. Das schmeckt nicht.»

Wenn er in einem Restaurant einen Wurst-Käse-Salat an einer Fertigsauce erhalte, «dann bin ich jeweils ziemlich enttäuscht». René Schmid und die Wurst-Käse-Salate – das ist eine Liebesbeziehung, die seit bald 40 Jahren währt. Seine Eltern führten in Frick Ende der 70er-Jahre das «Güggeli». «Sie machten eine perfekte Salatsauce», erinnert er sich. Wenn er wählen durfte, was er essen wollte, «dann nahm ich meist einen Wurst-Käse-Salat». Das Wurst-Käse-Gen liegt dabei durchaus in der Verwandtschaft: Auch sein Bruder liebt die deftige Speise, «die Vorliebe zieht sich durch die ganze Familie».

«Probiers doch»

Zur Weltmeisterschaft kam Schmid im letzten Jahr per Zufall. Die Tochter seiner Lebenspartnerin machte ihn auf den Anlass aufmerksam und animierte ihn, mitzumachen. «Probiers doch», sagte sie, «deine Sauce ist top.» Auch seine Arbeitskollegen in der Metzgerei Blaser in Frick fanden es eine gute Idee; Schmid bereitet hier seinen Wurst-Käse-Salat regelmässig für den Verkauf zu («hier allerdings immer nach dem gleichen Rezept, da die Kunden ihn genau so lieben, wie sie ihn das letzte Mal hatten»).

Und so reiste er mit seinen drei Wurst-Käse-Salat-Portionen nach Eptingen. «Ohne Siegeserwartung, aus Spass am Mitmachen.» Dass es dann für den ersten Platz reichte, «ist natürlich super». Schmid lacht. «So kann ich mein Leben lang sagen: Ich war einmal Weltmeister.»

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