Nach Weihnachten
Entsorgungsdrang: «Die Altglascontainer waren bereits am Mittag voll» – viele der weggeworfenen Fernseher funktionieren noch

Fricktaler Recyclinghöfe werden nach den Feiertagen überrannt und Entsorger haben alle Hände voll zu tun – der Absatz von Kunststoffsäcken steigt stark an.

Dennis Kalt
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Andreas Mittner, Inhaber von «Muldenservice Recycling beim Kreisel», erlebte einen Run auf seine Entsorgungsstelle.

Andreas Mittner, Inhaber von «Muldenservice Recycling beim Kreisel», erlebte einen Run auf seine Entsorgungsstelle.

Dennis Kalt

Es war ein regelrechter Ansturm, der da Anfang der Woche auf Recyclinghof beim im Mettauertaler Ortsteil hereinbrach. Für gewöhnlich zählt der «Muldenservice Recycling beim Kreisel» von Inhaber Andreas Mittner zwischen 140 und 160 Kunden. Am Montag und Dienstag waren es jedoch weit mehr als doppelt so viele. Der Grund: Es waren die ersten beiden Tage nach Weihnachten, an denen er seine Recyclingstelle öffnete.

«Die Altglascontainer waren bereits am Mittag voll; eigentlich dauert dies zweieinhalb Tage», sagt Mittner. Auch der eine oder andere ausgediente Fernseher fand den Weg in den Metallcontainer von Mittner. Zwei Sachen fallen ihm hierbei auf. Erstens werden die abgegebenen Fernseher von Jahr zu Jahr grösser. Zweitens verkürzt sich ihre Lebenszeit. Dabei vermutet Mittner, dass 90 Prozent der Geräte noch einwandfrei funktionierten. «Eigentlich schade», findet er, «denn weitergeben dürfen wir die Geräte nicht.»

Der Tretroller kam rege zum Einsatz

Auch die Waage, über die Autos fahren müssen, die grössere Mengen an kostenpflichtigen Material abladen, kam zu weilen nonstop zum Einsatz. «So mancher hat seinen Kofferraum gutgefüllt», erzählt Mittner. Dies habe vermutlich auch damit zu tun, dass viele über die Feiertage und Neujahr coronabedingt zu Hause geblieben sind und richtig Zeit hatten, ihren Keller auf Vordermann zu bringen.

Weil zwischen dem Bereich, in denen grössere Mengen an kostenpflichtigem Material abgegeben wird und dem Hof, wo sich etwa die Container für Altglas- oder -papier befinden, etwa 50 Meter liegen, mussten die Mitarbeiter viele Meter abspulen. «Es war ein ständiges Hin und Her; glücklicherweise haben wir uns einen kleinen Tretroller angeschafft, der rege zum Einsatz kam», sagt Mittner.

Der Tretroller ermöglichte den zwei bis drei Mitarbeitenden, die auf dem Gelände waren, einen schnelleren Wechsel zwischen den beiden Bereichen. Dies war auch nötig. Denn so musste bei einem zu hohen Verkehrsaufkommen auf dem schmalen Vorplatz zwischen Landstrasse und Recyclinghof mitunter der Verkehr koordiniert werden. «Zuweilen mussten wir auch den vorbeifahrenden Verkehr auf der Strasse kurz anhalten.»

Ein Kränzchen windet Mittner seinen Kunden dafür, dass ihm keiner zwischen Weihnachten und über Neujahr, seinen Abfall vor das verschlossene Tor seines Recyclinghofs gelegt hat.

Bewusstsein der Kunden für Recycling steigt

Im Recycling-Center der Daetwiler AG in Frick war die Kundenfrequenz nach den Feiertagen nicht höher als für gewöhnlich, berichtet Geschäftsführerin Yolanda Dätwiler. Auffällig sei jedoch gewesen, dass seit einigen Wochen mehr Kunststoffsäcke als für gewöhnlich verkauft wurden. Dätwiler vermutet hier einen Zusammenhang zwischen dem coronabedingten erhöhten Absatz des Take-away-Geschäfts der Gastronomie in Kombination mit einem gesteigerten Recycling-Bewusstsein der Kunden.

Auch mehr Sperrgut als für gewöhnlich sei nach den Feiertagen abgegeben worden. Tische, Stühle, Sofas, Betten – da war so einiges dabei», sagt Dätwiler. «Über die Feiertage wird halt auch mal das Fernsehschauen langweilig und man macht sich daran, den Estrich aufzuräumen», schiebt sie nach.