AAG Taxi Khan nimmt am Bahnhof Frick einen neuen Standplatz in Betrieb. Seit Wochen laufen die Vorbereitungsarbeiten. Nun soll auch bald die definitive Beschilderung folgen. Das bestätigt Geschäftsführer Tahir Khan am Freitag. Er wolle den Bahnhof in Frick bewirtschaften, weil er am Ort noch Potenzial sehe, sagte er bereits in einem früheren Gespräch.

Bisher hat die Aargovia Taxi GmbH mit Sitz in Untersiggenthal einen Standplatz auf dem Areal der SBB gemietet. «Es gibt aber Situationen, in denen dieses Taxi schon unterwegs ist und die Kunden deshalb warten müssen», sagt Khan.

Gemeinde vermietet Standplatz

Sein künftiger Standplatz liegt auf öffentlichem Grund, für dessen Vermietung die Gemeinde Frick zuständig ist. «Wir haben vereinzelt das Echo bekommen, dass – vor allem in den Abendstunden – Wartezeiten entstehen», sagt der Bauverwalter der Gemeinde, Harri Widmer.

Es seien allerdings nicht so viele Meldungen gewesen, dass man sofort hätte reagieren müssen. «Sonst hätten wir das schon längst getan», sagt Widmer.

Dass die Gemeinde Khan nun trotzdem einen Standplatz vermietet, hat zwei Gründe: «Er ist einerseits in Frick wohnhaft, während das Taxi-Unternehmen, das den SBB-Standplatz gemietet hat, auswärtig ist», sagt Widmer.

Andererseits erhoffe sich die Gemeinde auch Vorteile durch die Konkurrenzsituation. «Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass die neue Konkurrenzsituation das Geschäft belebt», sagt Widmer.

«Eine Frage der Zeit»

René Roth, Geschäftsführer der Aargovia Taxi GmbH, erfährt von der Aargauer Zeitung vom neuen Standplatz am Bahnhof in Frick. Roth zeigt sich skeptisch, was die Rentabilität des Platzes angeht.

«Ich betreibe den Standplatz in Frick schon seit vielen Jahren. Er ist eine Nullrunde», sagt Roth. Zwar würden sich die Zahlen im knapp schwarzen Bereich bewegen, für einen wirklichen Gewinn fehle allerdings die Kundschaft.

«Von Sonntag bis Donnerstag ist überhaupt nichts los. Am Freitag und Samstag sind wir in der Region mit zwei Fahrzeugen unterwegs. Das reicht», erklärt er.

Die Chance, dass am Fricker Bahnhof beide Taxis genug Kundschaft finden, sieht er nicht. «Es wird eine Frage der Zeit sein, bis ein Unternehmen verschwindet», sagt Roth und macht auch deutlich, dass er nicht beabsichtigt, seinen Platz aufzugeben. «Ich habe Angestellte und die werde ich nicht entlassen.»

Der Vertrag, den Khan mit der Gemeinde Frick abgeschlossen hat, ist auf ein Jahr ausgelegt. Auflagen, beispielsweise bezüglich der Präsenzzeiten am Standplatz, habe die Gemeinde bewusst nicht gemacht, sagt Bauverwalter Widmer. «Herr Khan kann diese entsprechend der Nachfrage anpassen.»

Über die Mietkonditionen für den Standplatz haben die beiden Parteien ein Stillschweigen vereinbart. Widmer sagt allerdings klar: «Es ist ein marktgerechter Preis und für die Gemeinde sicher kein Minus-Geschäft.» Der Mietpreis bewege sich im Rahmen der Einnahmen, die sonst über ein Jahr gesehen mit dem Parkplatz am Bahnhof gemacht würden.