Rheinfelden

Engagement für mehr Ruhe in der Altstadt trägt Früchte

Das Nachtleben in der Altstadt ist ruhiger geworden.  az archiv

Das Nachtleben in der Altstadt ist ruhiger geworden. az archiv

Die Gruppe für mehr Wohnqualität in der Rheinfelder Altstadt hat im Sommer 2011 ihre Ziele erreicht – und will dennoch weitermachen, damit die Altstadt nicht wieder «zu einem rechtsfreien Raum verkommt».

Peter Koller, Bewohner der Rheinfelder Altstadt sagt: «So, wie der Sommer 2011 war, so habe ich kein Problem.» Koller sagt aber auch: «Wir müssen weitermachen, damit es nicht wieder so wird wie im Sommer 2010.»

Denn damals, vor etwas mehr als einem Jahr, da platzte Koller der Kragen – wie auch vielen anderen Bewohnern und Bewohnerinnen der Rheinfelder Altstadt. «Das Städtli glich einem rechtsfreien Raum und der Polizei fehlten die Mittel, etwas dagegen zu unternehmen», sagt Koller. Die Beizer hätten die Situation ausgenutzt und oft die Polizeistunde nicht eingehalten. «Die Lärmbelästigungen mehrmals in der Woche bis in die frühen Morgenstunden waren nicht mehr tragbar», sagt Koller. Auch die Belieferung von Läden in den frühen Morgenstunden störte die Bewohner.

Anliegen werden gesammelt

Einer von ihnen: Paul Bachmann. Er lud im September 2010 die betroffenen Bewohner in der Rheinfelder Altstadt per Flugblatt zu einer Versammlung. «Über 30 Personen trafen sich, um die Situation zu besprechen und alle Anliegen zu sammeln», erinnert sich Peter Koller. «Vorher wussten wir gar nicht, dass wir alle die gleichen Probleme haben.»

Eine Delegation der Versammlung traf sich daraufhin im Rathaus mit einer «repräsentativen Vertretung» der Stadt, sagt Peter Koller. Mit dabei waren Stadtammann Franco Mazzi, Stadtrat Hans Gloor, Stadtschreiber Roger Erdin, Bauverwalter Franz Ressnig und Markus Hunn von der Regionalpolizei Rheinfelden. «Wir waren positiv überrascht, wie viel ‹Prominenz› da war und uns lange und gut zuhörte», sagt Koller. Während des Treffens betonten Stadtrat und Verwaltung aber auch, dass Rheinfelden ein lebendiges Zentrum und kein totes Museum sein solle. Schliesslich wurde der Delegation ein Massnahmenkatalog versprochen, der zu einer nachhaltigen Sicherung der Wohnqualität in der Altstadt führen werde. Zu den Massnahmen zählen die vorgängige Publikation aller Freinächte im Internet, die konsequente Umsetzung der Betriebsschlusszeiten für die Boulevard-Cafés und Beizen sowie eine intensivierte Kontrolle eben dieser.

Es ist ruhiger geworden

«Ich persönlich bin mit der aktuellen Situation in der Altstadt zufrieden», sagt Koller heute. Die Massnahmen zeigten Wirkung. «Ich bin mir bewusst, dass wir als Bewohner einer Altstadt gewissen Sachen in Kauf nehmen müssen. Auch ich will nicht in einem Museum leben», sagt Koller. Um über das Erreichte Bilanz zu ziehen und das weitere Vorgehen zu klären, lädt die Delegation alle Mitglieder und betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner der Altstadt und der angrenzenden Gebiete zu einer Versammlung ein. Denn für Koller ist klar: «So wie 2010 darf es nicht mehr werden.»

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