Engagement
Die Laufenburger Erne Gruppe steigt bei Cargo Sous Terrain als Aktionär mit ein

Auch das Fricktaler Bauunternehmen will zu den Förderern des Transportlogistik-Projekts gehören, das Güter unterirdisch durch die Schweiz transportiert. Und das gleich aus mehreren Gründen.

Hans Christof Wagner
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Fahrzeuge von Cargo Sous Terrain sollen unterirdisch Waren befördern.

Fahrzeuge von Cargo Sous Terrain sollen unterirdisch Waren befördern.

Cst / CST

Cargo Sous Terrain (CST) wird ab 2031 unterirdisch die grossen Zentren der Schweiz verbinden, Schienen und Strassen entlasten und mit reduzierter Umweltbelastung für die pünktliche Lieferung von Waren sorgen. Das Pionierprojekt hat Mitte April ohne Gegenstimmen mit Unterstützung der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerates für das Bun­desgesetz zum unterirdischen Gütertransport weiteren Schub erhalten.

Erne-CEO nimmt Sitz im Verwaltungsrat ein

Jetzt hat die Erne AG Bauunternehmung mit Sitz in Laufenburg ihren Einstieg als Aktionär bei CST im Rahmen einer von den Aktionären genehmigten Kapitalerhöhung bekannt gegeben. Erne-CEO Wolfgang Schwarzenbacher wird einen Sitz im Verwaltungsrat wahrnehmen. «Als wichtiger Arbeitgeber mit Hauptsitz im Kanton Aargau und als Unternehmen, das seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen möchte, ist für uns die Beschäftigung mit den Herausforderungen von morgen zentraler Bestandteil unserer Strategie. In diesem Sinne war und ist es konsequent, uns finanziell und ideell bei CST zu engagieren», begründet Schwarzenbacher laut einer Medienmitteilung die Investition.

Erne will eigenes Know-how einbringen

So sei man ausserdem überzeugt, dass die Bauunternehmung wertvolles Know-how einbringen könne. Nicht zuletzt betrachte man die Investition als Teil einer strategischen Zukunftssicherung für die Gruppe und ihre Mitarbeitenden im Aargau und in der Schweiz.

Cargo Sous Terrain ist ein Logistiksystem für den Transport kleinteiliger Güter. Ein Tunnelsystem soll Produktions- und Logistikstandorte mit städtischen Zentren der Schweiz verbinden. An den «Hubs», oberirdische Anschlussstellen, werden die Waren von den unterirdisch automatisch be- und entladenden sowie selbstfahrenden Transportwagen abgerufen und mit umweltschonenden Fahrzeugen an die Bestimmungsorte transportiert.

Erster Teilabschnitt geht zum grossen Teil durch den Aargau

Die erste CST-Teilstrecke führt von Härkingen–Niederbipp nach Zürich und ist rund 70 Kilometer lang. Zu einem grossen Teil also führt der erste Teilabschnitt durch den Kanton Aargau. Auf diesem Abschnitt sind zehn Anschlussstellen vorgesehen. Bis 2045 soll dann ein 500 Kilometer langes Gesamtnetz zwischen Bodensee und Genfersee mit Ablegern nach Basel, Luzern und Thun entstehen.

Der Strom für den Betrieb des Systems soll nach den Planungen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Mit diesem Konzept möchte die Schweiz vor allem der absehbaren Überlastung des bestehenden Verkehrswegenetzes und den damit verbundenen Emissionen von Lärm und Abgasen entgegenwirken, heisst es. Damit nehme das Land die absehbare Entwicklung zur Orientierung an mehr Lebensqualität bei höherer Ressourcen-Effizienz und Schonung von Natur und Umwelt in den Fokus.

Erne: «Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitenden»

«Visionäres Denken und Handeln entspricht zu 100 Prozent unserer Philosophie von modernem Unternehmertum», sagt Schwarzenbacher. Erne wolle eine Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitenden, gegenüber der Region Aargau und der Schönheit des Landes einlösen. «Das ist es, was das Leben hier nachhaltig lebenswert macht», so der CEO des Laufenburger Unternehmens.