Rheinfelden

Energieforum Rheinfelden: Chancen für Ingenieure in der Energiewende

Ist Solarenergie eine Lösung? «Von den 1,7 Millionen Gebäude sind nur 15 Prozent kommerziell, diese verbrauchen aber enorm viel Energie. Dort können wir energiesparende Massnahmen umsetzen», erklärte Ingenier Magnus Willers.

Ist Solarenergie eine Lösung? «Von den 1,7 Millionen Gebäude sind nur 15 Prozent kommerziell, diese verbrauchen aber enorm viel Energie. Dort können wir energiesparende Massnahmen umsetzen», erklärte Ingenier Magnus Willers.

Am fünften Energie- und Umweltforum des Gewerbevereins Rheinfelden sprach der Ingenieur Magnus Willers über die Möglichkeiten der Energiewende für die Wirtschaft und die KMU.

«In der Schweiz gibt es 1,7 Millionen Gebäude. Diese verursachen 46 Prozent des Gesamtenergieverbrauches der Schweiz und 40 Prozent der CO2-Emissionen», hielt Magnus Willers in seinem Referat am Energie- und Umweltforum des Gewerbevereins Rheinfelden fest.

Von den 1,7 Millionen sind zwar nur 15 Prozent kommerzielle Gebäude wie Produktionsanlagen für Industrie und Pharma, Dienstleistungsgebäude für Banken und Versicherungen oder Hotels- und Restaurants. «Diese verbrauchen aber enorm viel Energie. Dort müssen und können wir Planer und Ingenieure ansetzen und energiesparende Massnahmen umsetzen. Dort hat es Potenzial», erklärte Willers.

Grossverbraucher in der Pflicht

Seit zwei Jahren ist im Aargau das neue kantonale Energiegesetz in Kraft, das Grossverbraucher in die Pflicht nimmt, Effizienzmassnahmen zu ergreifen mit dem Ziel die Energieeffizienz jährlich um 2 Prozent zu steigern. Für Willers, Mitinhaber der Willers Ingenieure in Rheinfelden, Zürich und Bern, der richtige Ansatz: «Die Gebäudetechnik, also dort, wo wir als Ingenieure den Hebel zum Energiesparen ansetzen könnten, ist ein No-Interest-Produkt, das Interesse der Entscheider ist nicht von Natur aus gross.

Die vorhandenen Potenziale zum Energiesparen werden deshalb nicht gehoben und gehen so unter dem Radar der Entscheider durch. Per Gesetz wird die Aufmerksamkeit nun erhöht. Die Entscheider sind in der Pflicht, sie müssen Massnahmen prüfen und umsetzen.»

«Die Energiewende dynamisiert die Wirtschaft und die KMU», sagte Willers. Jährlich importiert die Schweiz für bis zu 12 Milliarden Franken Erdöl und Gas. Das ist Geld, das zu 100 Prozent ins Ausland fliesst. «Würden Öl- und Gasheizungen ersetzt und der Verbrauch reduziert, bliebe damit mehr Kaufkraft in der Schweiz. Zusätzlich sind bei der Transformation praktisch ausschliesslich Schweizer Planer, Hersteller und Installateure beteiligt.» Weiter führte Willers die langjährige Erfahrung der Schweizer Planer mit dem Thema Energiewende und Energiesparen an.

Seit 20 Jahren setzen sich die Energie-Ingenieure und Hersteller von energiesparenden Produkten in der Gebäudetechnik mit den Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen auseinander. Das führt dazu, dass dieses Know-how auch im Ausland abgerufen werden will. Beispielsweise in China. «Für die Chinesen ist Nachhaltigkeit zwar ein schwammiger Begriff», stellte Willers fest. «Was sie allerdings stark interessiert ist die Idee der 2000-Watt-Gesellschaft. Hier bietet sich für die Schweizer Ingenieure und Planer ein spannendes Umfeld.»

Politiker und Umsetzer

Das fünfte Energie- und Umweltforum des Gewerbevereins Rheinfelden brachte am Montagabend Politiker und Umsetzer der Energiewende im Schützen in Rheinfelden zusammen. Unter dem Motto «Die Energiewende – Chancen und Risiken für das Gewerbe» beleuchteten und beurteilten SP-Nationalrat Eric Nussbauer, Hans Gloor, Stadtrat Rheinfelden, und Hubert Zimmermann, CEO der AEW Energie AG, Aarau, die Energiewende aus nationaler, kantonaler und kommunaler Sicht. (az)

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