Brückenstreit
Endlich! Laufenbrücke kann fertig saniert werden

Der Beschwerdeführer zieht den Entscheid nicht mehr weiter. Das «Strassenbauprojekt Laufenbrücke» kann realisiert werden.

Susanne Hörth
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Fast genau zwei Jahre hat das Seilziehen um die Sanierung der Laufenbrücke in Laufenburg gedauert. Anfang September hat das Baudepartement dem Laufenburger Stadtrat mitgeteilt, dass die Beschwerde «Strassenbauprojekt Laufenbrücke» vollumfänglich abgewiesen worden ist (die az Aargauer Zeitung berichtete darüber). Bevor aber die Arbeiten für die Fertigstellung der Brücke in Angriff genommen und der bereits fertigen deutschen Seite angepasst werden konnten, galt es zuerst einmal, die Beschwerdefrist von 30 Tagen abzuwarten.

Der Stadtrat Laufenburg hat nun gestern Donnerstag mitgeteilt, dass sich nach dem regierungsrätlichen Entscheid der Beschwerdeführer Alex Melzer und die Stadtbehörde zu einem einvernehmlichen Gespräch getroffen haben.

«Dabei wurde festgestellt, dass gemäss Entscheid des Regierungsrates das Bauvorhaben, wie auf dem deutschen Teil der Brücke bereits erfolgt, gemäss Baubewilligung fertiggestellt werden kann», heisst es in der gemeinsamen Mitteilung von Stadtrat, Beschwerdeführer und Gesprächsleiter Kurt Brandenberger. Mit Freude wird nun zur Kenntnis genommen, dass die Bauarbeiten baldmöglichst an die Hand genommen werden können. Denn: Beschwerdeführer Alex Melzer wird den Entscheid des Regierungsrats nicht an die nächste Instanz weiterziehen.

«Ich habe mich entschlossen, den Entscheid des Regierungsrates nicht ans Verwaltungsgericht weiterzuziehen. Denn ein weiteres Jahr Brückenkonflikt ist uns allen nicht mehr zuzumuten», führt hierzu der Beschwerdeführer in einer Stellungnahme aus.

Wie es in der offiziellen Mitteilung heisst, wird den denkmalpflegerischen Anliegen des Beschwerdeführers Rechnung getragen, indem die beiden Städte Laufenburg gegenseitig vereinbart haben, dass die nächste Sanierung der 1910 bis 1912 von Ingenieur Robert Maillart in Zusammenarbeit mit den Architekten Joos & Klauser erbauten Rheinbrücke in Laufenburg grenzübergreifend unter rechtzeitigem Einbezug der relevanten Amtsstellen nach denkmalpflegerischen Massgaben erfolgt. Diese Vereinbarung wird in die vom Kanton in Aussicht gestellte Unterschutzstellung unter kantonalen Denkmalschutz einbezogen.

Erfolge für die Einsprecher

«Was haben wir in diesem langen, emotionsgeladenen Verfahren erreicht?», fragt Alex Melzer und beantwortet diese Frage gleich selber: «Die Brücke wird unter Schutz gestellt. Eine formelle Vereinbarung zwischen den beiden Städten Laufenburg sichert die künftige Sanierung nach den Massgaben der Denkmalpflege. Diese Erfolge dürfen sich die Petitionäre, Einsprechenden und Beschwerdeführenden an die Fahne heften.»

Was bleibe, sei nicht viel Ergötzliches, so Melzer: «Maillart um Verzeihung bitten, die unschönen rechtlichen Aspekte zugunsten eines einvernehmlichen Zusammenlebens hinnehmen, den unschönen politischen Umgang miteinander vergessen und den richtigen Umgang mit einem Bauwerk von Rang in der Erinnerung halten, damit es wieder hergestellt werden wird.»

Fast schon in resignierendem Ton stellt der Beschwerdeführer, Alex Melzer, abschliessend fest: «Im Beschwerdeverfahren ist für die Brücke selber nichts Weiteres mehr zu erreichen.»