Frick

Elternverein plant Vita-Parcours im Moos – jetzt wehren sich die Jäger

Der Vitaparcours soll beim Weiher mit Grillstelle im Gebiet Moos starten.

Der Vitaparcours soll beim Weiher mit Grillstelle im Gebiet Moos starten.

Fricker Jäger werden Einsprache gegen den geplanten Vitaparcours einreichen. Er sei am falschen Ort, sagen sie. Die Gemeinde kontert.

Der Elternverein Frick will im Gebiet Moos einen 2,6 Kilometer langen Vitaparcours anlegen. Gemeinde und Forstamt unterstützen das Projekt, das Baugesuch liegt auf.

Doch nicht alle finden die Idee toll: Die Fricker Jäger werden Einsprache einreichen «und wenn nötig alle Rechtsmittel ausschöpfen», wie sie in einem Leserbrief ankündigen. Es gehe ihnen dabei nicht um die Jagdausübung, sondern um die Wildtiere, sagt Jagdaufseher Simon Kläusler. «Die Tiere sind die Leidtragenden dieses Parcours und es ist unsere Aufgabe, sie zu schützen.»

Kläusler betont, dass die Jäger nicht per se gegen einen Vitaparcours in Frick sind – nur gegen einen an diesem Standort. Denn das Gebiet Moos sei «das letzte, weitgehend unberührte und ­ruhige Waldstück im Revier». Zudem würde die Route mehrfach den Wildwechsel kreuzen, was zu einer unnötigen Beunruhigung führe. Vor allem im Sommer, wenn der Vitaparcours wohl vom frühen Morgen bis in den späten Abend genutzt werde.

Nicht ganz unberührt

Dies sieht man bei der Gemeinde und beim Elternverein etwas anders. Das Gebiet werde heute schon von Joggern und Hündelern genutzt und man bleibe bewusst auf den schon vorhandenen Wegen, sagt Katja Deiss, Präsidentin des Elternvereins. Zudem würden Menschen, die den Vitaparcours absolvieren, auf Tiere und Natur achten. Gemeindeammann Daniel Suter verweist auf den Weiher im Moos «mit beliebter Grillstelle», die Abfalldeponie und die nahe Regionale Schiessanlage. «Ganz unberührt ist dieses Gebiet nicht.»

Man habe früh das Gespräch mit den Initianten und der Gemeinde gesucht, sagt Kläusler, und auch einen Alternativstandort am Chornberg vorgeschlagen. Dieser sei «ohne nachvollziehbare Gründe durch die ­Initianten, den Forst und den Gemeinderat abgelehnt worden», schreiben die Jäger.

Den von den Jägern vorgeschlagenen Alternativstandort oberhalb der Chorndlete-Kapelle habe man in einem gemeinsamen Augenschein geprüft, sagt Suter. «Der abseits gelegene Ausgangspunkt der vorgeschlagenen Route wäre jedoch aus topografischen Gründen schwer erreichbar und deshalb unattraktiv.» Dies findet auch Deiss, die ihrerseits betont, man sei früh auf die Jäger zugegangen und habe immer gehofft, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Laut Suter sprach auch gegen den Alternativstandort, dass man die Posten wegen der grossen Steilheit des Geländes nur sehr schwer hätte anbringen können. «Diese Route schied daher auch aus Sicht des Försters aus.» Deshalb habe man am Standort Moos festgehalten.

Hoffen auf einvernehmliche Lösung

Kläusler ist sich bewusst, dass der Standort im Gebiet Moos attraktiver ist. Er ist einfacher erreichbar und liegt nahe beim Bahnhof, womit er auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus anderen Gemeinden genutzt werden kann. Kläusler und mit ihm die Fricker Jäger finden es jedoch falsch, dass man die letzten noch relativ ruhigen Naturräume voll für Freizeitaktivitäten nutzt. «Die Wälder sind heute schon stark von Joggern und Bikern frequentiert.» Er verweist zudem auf den Vitaparcours, der in Herznach geplant ist. «Braucht es da in Frick wirklich auch noch einen?», fragt er sich.

Kläusler hofft auf ein Umdenken. «Für ein Gespräch ist es nie zu spät», findet er. Beim Waldkindergarten habe man auch gemeinsam eine Lösung gefunden. «Wir haben ein gutes Einvernehmen mit der Gemeinde», betont er. In diesem Punkt sind sich beide Seiten einig; «die Gemeinde pflegt ein ausgesprochen gutes Verhältnis zur Fricker Jagdgesellschaft», bestätigt Suter. Und: «Der Gemeinderat ist immer zu einem konstruktiven Dialog bereit.» Allerdings läuft nun zuerst einmal das Baugesuchsverfahren.

Was ist, wenn die Jäger mit der Einsprache nicht durchkommen? «Das wäre eine schlechte Nachricht für die Tiere», sagt Kläusler. Man werde dann aber das Beste aus der Situation machen und hoffe, dass klare Regeln zum Schutz der Tiere aufgestellt würden.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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