«Blockzeiten sind für uns die einzig sinnvolle Lösung», sagt Christine Wondrusch von der IG pro Tagesstrukturen. Wondrusch ist eine der Initiantinnen der Interessengemeinschaft, die sich für den Vierstundenblock und die familienergänzende Kinderbetreuung in der Primarschule einsetzt.

«Die Kinder haben mehr koordinierte Freizeit miteinander, der Klassenverband wird gestärkt und das Angebot an musischen Fächern ausgebaut», so die Mutter von drei Kindern. Mit ihrer Meinung ist sie nicht allein. Sie wird unterstützt von vielen Familien im Dorf.

Einheitliche Stundenplanung

Die IG pro Tagesstrukturen spricht sich damit klar für den Entscheid der Gemeindeversammlung aus. An der Gmeind im November wurde beschlossen, Blockzeiten einzuführen und die Tagesstrukturen in der Primarschule auszubauen. Die Gegner des Entscheids sammelten daraufhin innert Kürze 320 Unterschriften und erzwangen so eine Referendumsabstimmung, die am 20. März 2011 an die Urne kommt.

«Würden die Blockzeiten bei der Abstimmung abgelehnt, bleiben wir bei den willkürlichen Stundenplänen, die von den einzelnen Lehrern abhängig sind», sagt Yolanda Käser, die ebenfalls Mitinitiantin der IG ist. Beim gegenwärtigen Modell könne es sein, dass zwei Geschwister zu völlig unterschiedlichen Zeiten zur Schule gehen und an den Nachmittagen kaum gemeinsame Freizeit haben. «Viel sinnvoller wäre doch eine Vereinheitlichung, um die Kinder zusammen die Schule besuchen und zusammen die Freizeit verbringen zu lassen», sagt Käser. Ein willkommener Nebeneffekt davon wäre, dass die Kinder den Schulweg nicht mehr allein bestreiten müssten.

Alexandra Kölz, auch eine Initiantin der IG pro Tagesstrukturen, streicht als ehemalige Lehrerin den pädagogischen Mehrwert der Blockzeiten heraus. Die Lehrer haben dann mehr Zeit, um auf die Kinder einzugehen, und die musischen und kreativen Fächer kommen nicht mehr zu kurz. Sogar der Instrumentalunterricht sowie verschiedene Therapie- und Förderungsstunden lassen sich in den Stundenplan integrieren.

Als grosses Plus des neuen Konzepts streichen die Initiantinnen auch die sukzessive Erhöhung der Unterrichtsstunden heraus. In einem Modell ohne Blockzeiten reduzieren sich die Stunden in der ersten Klasse gegenüber dem Kindergarten und in der zweiten Klasse steigen sie sprunghaft an. Nach einem Ja bei der Abstimmung am 20. März würden sich die Stunden in sanften Schritten erhöhen und so den Kindern mehr Angewöhnungszeit lassen.

Um ihren Anliegen mehr Ausdruck zu verleihen, hat die IG pro Tagesstrukturen eine Webseite aufgeschaltet, über die sich die Bevölkerung informieren kann. «Letztlich ist uns wichtig, dass so viele Bürger wie möglich am 20. März an die Urne gehen», sagt Christine Wondrusch, «damit das Bedürfnis einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht zum Ausdruck kommt.»