Aesch

Elsässer Arbeiter drohen Stöcklin mit Klagen

Eine Handvoll entlassener französischer Grenzgänger aus dem Elsass macht Ernst: Sie wollen die angedrohte Lohnkürzung nicht akzetpieren und notfalls gegen die Firma Stöcklin klagen.

Unterstützt von der Gewerkschaft Unia und vom Grenzgängerverein Comité de Défense des Travailleurs Frontaliers du Haut-Rhin (CDTF), schreiben sie ihrem ehemaligen Arbeitgeber Stöcklin aus Aesch BL, dass sie eine angedrohte Lohnkürzung nicht akzeptieren und notfalls mit rechtlichen Mitteln eine Entschädigung einfordern würden.

Die Logistikfirma hatte ihre Angestellten mit Wohnort in Deutschland und Frankreich dazu aufgefordert, auf 6Prozent ihres Lohns zu verzichten, um den Verlust des Unternehmens durch den starken Franken gegenüber dem Euro auszugleichen. Wer nicht zustimmte, wurde entlassen.

Ein Grenzgänger ist Mitglied der Gewerkschaft Unia, bestätigt der zuständige Fachmann Bruno Baumann. Er rechnet mit einer Antwort bis Ende nächster Woche: «Sonst übergeben wir die Sache einem Anwalt.» Die Unia könne aufgrund ihrer Statuten die Klage nur für Mitglieder übernehmen. Eine Koordination mit den anderen vier bis sechs Betroffenen, die vom CDTF unterstützt werden, sei deshalb nicht möglich.

Nach schweizerischem Recht sind solche Änderungskündigungen legitim. Das weiss auch der Grenzgänger-Präsident Johanneck. Die Kündigung widerspreche aber klar den bilateralen Abkommen: Von einem EU-Land zum anderen sei eine solche Praxis illegal; deshalb fordert Johanneck dies im Sinn der Freizügigkeit auch zwischen EU-Ländern und der Schweiz. Unterstützung erhalte er in dieser Sache von der EU selbst. Johanneck will den Präzedenzfall notfalls bis vors Bundesgericht weiterziehen: «Wir tun das nicht nur für die Grenzgänger, sondern gegen ein generelles Lohndumping im Dreiländereck.»

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