Mit dem ersten frühlingshaften Wochenende steigt nicht nur die Temperatur auf über 20 Grad Celsius, sondern auch die Glace-Lust. So manchen wird das Verlangen nach der süssen Köstlichkeit in die Fricker Hauptstrasse in das «Che Lati» von Federico Hochreuter treiben.

Der argentinische Gelatiere war über die Winter-Monate fleissig und hat an seiner Eismaschine eifrig experimentiert. Zehn neue Sorten hat er kreiert, die laut ihm zumindest im Fricktal einzigartig sind.

«Besonders an der Rezeptur für Mojito-Limette musste ich lange tüfteln», erzählt Hochreuter. Das Problem bei der Kreation sei gewesen, dass der Alkohol nicht gut gefriert und er sich an das richtige Verhältnis zwischen Alkohol und Sirup langsam herantasten musste.

Wie genau die Rezeptur nun aussieht, verrät er nicht. Nur so viel: «Es besteht Ausweispflicht. Diese Glace ist erst ab 18 Jahren.» Und: «Mehr als 250 Gramm sollte man nicht essen, wenn man noch Auto fahren will.»

Sizilianische Blutorangen

Daneben bietet Hochreuter neu auch Blutorangen-Glace aus sizilianischen Früchten, «Pane e Burro» – Glace mit Kakaobutter und braunem Zucker – sowie «Noce Pura» – eine Glace aus Walnüssen mit Ahornsirup – an.

Nach der Rückmeldung der ersten Kunden haben besonders Mojito-Limette und «Pane e Burro» das Potenzial, den Verkaufsschlager des letzten Jahres, die «Dulce di Leche»-Glace – eine Creme aus gekochter Milch –, abzulösen.

Philipp Steib vom «Casablanca» an der Marktgasse in Rheinfelden bestätigt, dass der Hauptumsatz in den letzten Wochen nicht bei Glace lag. «Stattdessen haben sich viele Kunden für unsere hausgemachten Kuchen entschieden», so Steib.

Dass die Grenzlage ein Problem ist – «ennet» des Rheins kostet eine Kugel etwas mehr als ein Franken im «Casablanca» drei –, glaubt Steib nicht. «Ich bin mir sicher, dass das Glace-Geschäft in den kommenden sonnigen Tagen anzieht.»

Die 14 Glace-Sorten im «Casablanca» sind nicht hausgemacht, sondern kommen aus Italien. Von Parma aus hat sich die Marke Antica Gelateria de Corso einen Namen gemacht und ist mittlerweile in Italien weitverbreitet. Die Sorte, die am häufigsten verkauft wird, ist Schokolade. «Die Schweizer mögen es halt klassisch», so Steib.

Nur wenige Meter weiter verkauft Raffaele Marino, der in der Marktgasse einen Feinkost-Laden führt, hausgemachte Gelati nach italienischem Rezept. «Ich bereite die Gelati, die ich verkaufe, meistens einen Tag vorher zu», sagt Marino. Wichtig sei es, daher zu wissen, wie das Wetter in den kommenden Tagen werde.

Auch weil er die Glace nur maximal drei Tage lang verkaufen kann, weil er keine Konservierungsstoffe verwendet. In einer Spitzenwoche könne er schon mal an die 100 Kilogramm der Süssspeise verkaufen. «Am besten geht ‹Zuppa inglese› – eine Gelato-Abwandlung eines italienischen Desserts», sagt Marino.