Die fünfköpfige Gemeinderats-Crew in Oeschgen will weiter an Bord bleiben. Ammann Christoph Koch, Vizeammann Gabriele Wieser sowie die Gemeinderäte Alessandro Quaresima, Martin Meier und Marco Cafaro haben in der gesamten laufenden Legislatur die Geschicke der Gemeinde gemeinsam geleitet. Als letzter ist Cafaro bei den Gesamterneuerungswahlen vor vier Jahren ins Gremium gewählt worden. Die vier anderen gehören dem Gemeinderat seit sechs oder mehr Jahren an.

«Wir sind ein eingespieltes Team», sagt denn auch Gemeindeammann Christoph Koch. Man verstehe sich gut. «Das heisst aber nicht, dass wir immer einer Meinung sind, die notwendigen Diskussionen kommen nicht zu kurz», so der Ammann.

Dennoch können sich die fünf Bisherigen ihrer Wiederwahl am 24. September bei den anstehenden Gesamterneuerungswahlen nicht sicher sein. Während der Meldefrist hat nämlich auch Yves Keiser seine Kandidatur eingereicht. Der 36-Jährige ist parteilos, verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Ihm gefalle es, mitwirken zu können, erklärte er bereits im August gegenüber der AZ. Damals sagte er auch, seine Kandidatur sei keine Kritik an den bestehenden Gemeinderäten. Eine Blutauffrischung tue dem Gremium aber vielleicht trotzdem gut.

Auswahl für die Stimmbürger

Seit Bekanntwerden seiner Kandidatur habe er viele Reaktionen erhalten, sagt Keiser – «ausschliesslich positive». Er ergänzt jedoch auch, dass «sich nur Leute bei mir gemeldet haben, die mich kennen». Doch es habe ihm beispielsweise niemand die Frage gestellt, warum er gegen fünf Bisherige antrete. «Im Gegenteil. Viele sagten mir: ‹Es ist gut, dass sich jemand Neues zur Verfügung stellt.›»

Gemeindeammann Christoph Koch sagt, er und seine Ratskollegen seien nicht über Keisers Kandidatur informiert gewesen. «Wir hatten keinen Kontakt mit dem Kandidaten. Aber es ist immer gut, wenn die Stimmbürger eine Auswahl haben.» Das Gemeinderats-Gremium habe sich zu den anstehenden Herausforderungen jedoch bereits Gedanken gemacht. «Und wir sind alle motiviert, daran weiterzuarbeiten.»

Zu den Herausforderungen der nächsten Legislatur gehörten sicherlich der neue Finanzausgleich und das Wachstum, so Koch. Er rechnet damit, dass Oeschgen bis in rund fünf Jahren bis zu 200 Einwohner mehr zählt als heute. «Wir sind auch auf die zusätzlichen Steuerzahler angewiesen», sagt Koch.

Keine Versprechungen

Yves Keiser sagt, ihm seien für die Zukunft gesellschaftliche Anliegen wichtig. «Gerade schulische Belange bekomme ich durch meine Tochter hautnah mit.» Er vermeidet es allerdings, konkrete Punkte zu nennen, die er anpacken möchte. Auf seinem Wahlflyer etwa setzt er einzig auf Informationen zu seiner Person und den Slogan «Ohne Veränderung kein Fortschritt». Bewusst, wie er sagt. «Ich möchte nicht Versprechungen machen, die ich dann möglicherweise im Ratsbetrieb nicht einhalten kann.»