Schupfart

Einwohnerin fordert mehr Biodiversität: «Ein Strassenbord ist eine ökologisch wertvolle Fläche»

Die Böschung in Schupfart wurde kürzlich geschnitten.

Die Böschung in Schupfart wurde kürzlich geschnitten.

Eine Schupfarterin fordert mehr Bewusstsein für Biodiversität.

Verena Kläusler ärgert sich. «Biodiversität ist in aller Munde. Und ich denke, der Kanton Aargau gehört auch zu denen, die etwas dafür tun wollen und sollen», schreibt die ehemalige Schupfarter Gemeinderätin in einem Leserbrief. Konkret geht es ihr um Strassenböschungen. «Dabei handelt es sich oftmals um ökologisch wertvolle Flächen», sagt Kläusler, die im Natur- und Vogelschutzverein Schupfart aktiv ist. Dieser Wildwuchs habe grossen Wert für die Natur. «Entsprechend vorsichtig sollte man damit umgehen», sagt sie und nimmt dabei auch den Unterhaltsdienst des Kantons in die Pflicht, der für die Strassenränder zuständig ist: «Es sollte nur so viel zurückgeschnitten werden, wie dringend nötig ist.»

Diese Forderung, so Kläusler, habe sie vor rund einem Jahr gegenüber einem Vertreter des Kantons geäussert, als dieser im Rahmen des Besuchs von Regierungsrat Markus Dieth ebenfalls in Schupfart zu Gast war. Der Kantonsvertreter habe damals versichert, dass die Thematik bekannt sei und das zusammen mit dem Unterhaltsdienst umgesetzt werde. Nur: Nun wurde in Schupfart an der Obermumpferstrasse das Bord zurückgeschnitten und «leider wie in den letzten Jahren viel zu viel», findet Kläusler. Der Kanton hat sich nach ihrem Leserbrief die betroffene Böschung in Schupfart angesehen. «Die Böschung ist sehr steil und liegt direkt an den Strassenrand an. Ein Bewuchs ragt schon bei geringer Höhe in das Lichtraumprofil der Strasse und muss daher zweimal jährlich geschnitten werden», sagt Simone Britschgi, Sprecherin des Departements für Bau, Verkehr und Umwelt.

Aufgrund der Steilheit und der Lage direkt an der Strasse sei aus Gründen der Arbeitssicherheit ausserdem nur eine maschinelle Bearbeitung möglich. Neben den ökologischen Aspekten seien auch immer die Verkehrssicherheit und die Arbeitssicherheit während der Arbeitsausführung zu berücksichtigen, so Britschgi.

Die Abteilung Tiefbau hat in Zusammenarbeit mit der Abteilung Landschaft und Gewässer für den Strassenunterhalt ein Merkblatt erstellt, wie die jeweiligen Flächen zu pflegen sind. «Die Strassenböschungen sind für die ökologische Infrastruktur sehr wertvoll und sind nach Möglichkeit naturnah zu pflegen», sagt Britschgi.

«Es ist völlig klar, dass die ­Sicherheit gewährleistet sein muss», sagt Verena Kläusler. Trotzdem wünscht sie sich für die Zukunft, dass mit dem Thema Biodiversität an Strassenrändern noch etwas sensibler umgegangen wird – und das nicht nur in Schupfart, sondern im ganzen Kanton: «Wir sollten das schützen, was wir noch haben.»

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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