Kaiseraugst

Eintauchen in die Römerwelt: Neue Pläne für das Handels- und Gewerbehaus Schmidmatt

Im Haus Schmidmatt soll die Römerzeit lebendiger werden.

Im Haus Schmidmatt soll die Römerzeit lebendiger werden.

Am Handels- und Gewerbehaus Schmidmatt in Kaiseraugst soll das 21. Jahrhundert mit dem zweiten verschmelzen. Aber bevor es soweit ist, muss dort instandgesetzt und saniert werden. Das entsprechende Baugesuch liegt seit gestern in der Gemeindeverwaltung auf.

«Das Handels- und Gewerbehaus Schmidmatt ist einer der besterhaltenen römischen Gebäudekomplexe in der Schweiz», schreibt die Kantonsarchäologie in einer Mitteilung. Lilian Raselli, die Museumsleiterin von Augusta Raurica, ergänzt: «Das Areal war eine Mischung aus Gewerbebetrieb, Taverne und Herberge. Das macht es so speziell.» In Betrieb gewesen sei es sicher vom ersten nachchristlichen Jahrhundert an. Fest steht: Bis 275, bis ein Grossbrand alles zerstörte, war der Gebäudekomplex mit Leben erfüllt.

Anfang bis Mitte der 80er Jahre wurden die Überreste des römischen Handels- und Gewerbehauses freigelegt und archäologisch untersucht. Danach hätte das Areal eigentlich überbaut werden sollen. «Doch man hat es für so bedeutend gehalten, dass die Ausgrabungsstätte erhalten geblieben und 1987 mit einem Schutzbau versehen worden ist», sagt Raselli.

Schutzbau in die Jahre gekommen

«Nach 33 Jahren ist der Schutzbau in die Jahre gekommen», sagt Sandro Hächler, Projektleiter bei Immobilien Aargau. Das Gros wird die Erneuerung des Flachdaches kosten. Durch die Gebäudehülle soll nicht mehr so viel Licht dringen.

Augusta Raurica will im Handels- und Gewerbehaus Schmidmatt künftig eigene Lichteffekte setzen. Hintergrund ist das neue Ausstellungskonzept, welches das römische Freilichtmuseum für Schmidmatt als Modellprojekt plant. Zwar sind Raselli zufolge die vier bis fünf Meter hohen Mauern und die teilweise noch erhaltenen Wandmalereien aus der Antike an sich schon eindrücklich. Dennoch soll das «Eintauchen in den römischen Alltag» (Raselli) bald durch multimediale und digitale Zusatzangebote noch intensiver werden. «Auf diese Art können wir auch die zahlreichen Funde einbeziehen, die in den 80er Jahren auf dem Areal gemacht wurden», sagt die Museumsleiterin.

Die Kosten für die baulichen Veränderungen beziffert Hächler auf rund eine Million Franken. «Das neue Ausstellungskonzept wird in etwa noch einmal den gleichen Betrag kosten», schätzt Raselli.

Jetzt hoffen alle Beteiligten auf eine baldige Bewilligung des Baugesuchs und auf die Verwirklichung der Pläne bis 2022.

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