Baupfusch

«Einsturz der Kirchenmauer droht – wir haben Angst...»

Mit Siegeln hat André Kaufmann die Hornusser Kirchenmauer versehen.

Mit Siegeln hat André Kaufmann die Hornusser Kirchenmauer versehen.

In Hornussen sieht André Kaufmann seine Häuser in Gefahr. Seit Jahren kämpft er für die fachgerechte Sanierung einer Kirchenmauer, die jederzeit ins Rutschen geraten könnte.

«Wir fordern Sofortmassnahmen zum Schutz von Leib und Leben, denn der Einsturz der Kirchenmauer droht. Unsere drei Liegenschaften sind gefährdet - wir haben Angst.» Diese Aussage André Kaufmanns, dessen Häuser neben der mächtigen Umfassungs- beziehungsweise Stützmauer der Kirche in Hornussen stehen, ist ein Hilferuf.

Denn: «Seit Jahren kämpfen wir für die fachgerechte Sanierung der Mauer, weil sie jederzeit ins Rutschen geraten und uns treffen könnte, im schlimmsten Fall sogar verschütten», betont er. Weiter erwähnt er, dass die Mauer zum Teil rund 300 Jahre alt ist.

«Fälschlicherweise und gegen die Regeln der Baukunst wurde diese Schwergewichtsmauer vollflächig mit einem fetten Zementanwurf abgedichtet. Dahinter ist die ursprüngliche Mauer vollkommen erodiert - es besteht die Gefahr, dass ganze Teile ausbrechen. Die Trennlinie ist der heikelste Punkt, durchzogen von einem durchgehenden, bis etwa 40 Zentimeter tiefen Riss. Dort wird die Mauer vom Hangdruck gegen unsere Liegenschaft gepresst.»

Anzeige erstattet

«Uns zu täuschen und zu schädigen nahm der Ingenieur, der für die Kirchenpflege und den Denkmalschutz ein Gutachten erstellt hat, billigend in Kauf. Denn er hat nichts gesagt von den Eislinsen, die sich unter der Mauer bilden - eine riesige Gefahr für uns Anwohner. Die Mauer kann zwar nicht kippen, aber unten wegrutschen, und das wäre fatal», so Kaufmann, der festgestellt hat: «Inzwischen ist ein Mauerteil vollständig losgerissen.» Er hat bei der Gemeinde Hornussen Anzeige erstattet und verlangt nun, «Sofortmassnahmen zum Schutz der Liegenschaften Bahnhofstrasse 85, 86a und 86b» einzuleiten.

Siegel auf den Mauerrissen hat André Kaufmann vor ein paar Wochen angebracht, damit er die Bewegungen und deren Intensität feststellen kann. «Inzwischen ist eines der vier Siegel von einer uns bekannten Person aus unerfindlichen Gründen durchgesägt worden. Will man uns drohen oder noch zusätzlich Angst einjagen?»

Die Unterhaltsarbeiten an der Mauer und die Unterfangung möchte die Kirchenpflege dieses Jahr in Auftrag geben - sobald dies rechtlich möglich ist, wie Recherchen ergaben. Ausserdem war von Hornussens Gemeindeammann Claudia Balz zu erfahren: «Wir haben einen Experten, einen Ingenieur, kontaktiert, der uns versichert hat, von der Kirchenstützmauer gehe nach wie vor keine akute Gefahr aus. In diesem Sinne ist der Gemeinderat seinen baupolizeilichen Verpflichtungen nachgekommen.»

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