Zeihen
Einsprache gegen Bohrplatz – Nagra will im Eichwald sondieren

Nachdem sich der Kanton gegen die angekündigten Nagra-Sondierborungen wehrte, tut dies auch die Gemeinde Ziehen. Mit einer Petition will sie das Gebiet Eichwald vor den Eingriffen schützen.

Marc Fischer
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Beim Weiler Eichwald möchte die Nagra Sondierbohrungen für ein Atom-Endlager durchführen. Petitionäre und nun auch die Gemeinde wehren sich dagegen. mf

Beim Weiler Eichwald möchte die Nagra Sondierbohrungen für ein Atom-Endlager durchführen. Petitionäre und nun auch die Gemeinde wehren sich dagegen. mf

Marc Fischer

270 Zeiherinnen und Zeiher haben Ende Januar eine Petition an Gemeindeammann Christian Probst übergeben. Sie fordern den Gemeinderat darin auf, gegen die geplanten Sondierbohrungen der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) im Gebiet Eichwald Einsprache zu erheben.

Die Nagra hat für acht Standorte im Gebiet Jura Ost Gesuche für Sondierbohrungen eingereicht, um die Gesteinsschichten bis maximal 2000 Meter Tiefe zu erkunden. Die Einsprachefrist lief gestern ab. In einer Mitteilung gab der Zeiher Gemeinderat nun bekannt, dass er gegen das Sondierbohrgesuch beim Bundesamt für Energie Einsprache erhoben hat. Er kommt somit der Forderung der Petitionäre nach. «Wir wollten der Bevölkerung gerecht werden, schliesslich spüren wir den Unmut im Dorf», erklärt Gemeindeammann Christian Probst auf Anfrage. Die 270 Petitionäre entsprächen gut einem Drittel der Stimmberechtigten. Und: «Wir haben stets gesagt, dass wir das Gesuch genau unter die Lupe nehmen und allenfalls Einsprache machen werden.»

Bahnhof Effingen geeigneter

Wie die Petitionäre hält auch der Gemeinderat den Standort beim Weiler Eichwald für ungeeignet. «Es stehen Wohnhäuser ganz in der Nähe, diese wären vom Lärm der Bohrungen beeinträchtigt», so Probst. In seiner Einsprache fordert der Gemeinderat deshalb, dass auf Bohrungen am Standort Eichwald verzichtet wird. Stattdessen soll beim Bahnhof Effingen – auch für diesen Standort hat die Nagra ein Gesuch eingereicht – gebohrt werden. Dieser Standort sei besser geeignet, so Probst, weil dort kaum Anwohner von den Emissionen eines Bohrplatzes betroffen seien. Auch Verkehrsanbindung und Erschliessung des Bohrplatzes seien dort aufgrund der bestehenden Infrastruktur einfacher zu bewerkstelligen.

Sollte dennoch am Standort Eichwald festgehalten werden, fordert der Gemeinderat Zeihen, dass die Zufahrt zum Bohrplatz über die Militärstrasse erfolgt und die Anwohner «bestmöglich» vor Immissionen geschützt werden.

Christian Probst hofft, dass auch Private oder Organisationen die Einsprachefrist genutzt haben. Dies ist gemäss Auskunft des Bundesamtes für Energie geschehen. Wie viele es sind, steht noch nicht fest, da das Datum des Poststempels massgebend ist und die Frist bis gestern lief.

Als Nächstes wird die Nagra Gelegenheit haben, zu den Einsprachen Stellung zu nehmen. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation allfällige Bewilligungen für die Sondierbohrungen Mitte 2018 erteilt, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

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