Rainer Huber, der Geschäftsführer der Edeka Südwest in Offenburg, sprach von einem «Projekt der Superlative», Bürgermeister Alexander Guhl von «einem Aushängeschild für Bad Säckingen» und Geschäftsführer Michael Schmidt meinte mit Blick zurück auf die zehn Jahre währende Zeit des Planens und Diskutierens mit einer Mischung aus Ironie und kaufmännischer Bescheidenheit: «Wir hatten ja lange genug Zeit, etwas Gescheites zu planen.» Mit grossem Bahnhof ist der neue Schmidts-Markt auf dem Brennet-Areal eröffnet worden. Den Segen Gottes für den neuen Markt und das Einkaufszentrum auf dem Brennet-Areal erbat Vikar Martin Metzler.

Charakter einer Markthalle

Was Huber vor mehreren hundert geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als Projekt der Superlative bezeichnete, drückte Architekt Jürgen Huber vom Büro Müller und Huber in Oberkirch in Zahlen aus: 70'000 Kubikmeter umbauter Raum, was 88 Wohnhäusern entspricht, eine 16'000 Quadratmeter grosse Aussenanlage, 9500 Quadratmeter Nutzfläche, eine Verkaufsfläche von 3000 Quadratmetern und Gastronomie auf 650 Quadratmetern, 140 Kilometer elektrische Leitungen und 35'000 verschiedene Artikel im Sortiment des neuen Markts. Der Innenraum, sagte Architekt Müller, habe den Charakter einer Markthalle bekommen sollen.

Eine Markthalle ist es geworden, allerdings eine, die Besucher gehörigstaunen lässt. Markthalle und gehobene Architektur und ansprechende Präsentation müssen keine Gegensätze sein. Dabei zeigt sich Geschäftsführer Michael Schmidt als Meister des Understatements. «Tante Frieda trifft Tante Emma» umschreibt er das Konzept des neuen Schmidts-Marktes. Tante Frieda sei die Köchin in der neuen Gastronomie im Obergeschoss des Marktes und Tante Emma sei die Kauffrau, die im Laden regionale Produkte anbiete und dabei ganz auf Frische setze. In der grossen Küche, die wie die Metzgerei vom Markt aus durch grosse Scheiben einsehbar ist, kocht Schmidt übrigens für all seine Märkte.

Mehr als 120 Arbeitsplätze sind im neuen Schmidts-Markt entstanden, «davon 100 ganz neu», wie Michael Schmidt sagte. Nicht enden wollte denn auch die Liste derer, denen er für die Mitarbeit und die Verwirklichung des lange gehegten Wunsches nach einem grossen Markt auf dem Brennet-Areal dankte.

Dass dem Bau lange und mitunter heftige Diskussionen vorausgegangenen waren, war an diesem Abend nur am Rande Thema. Letztlich hatte das Konzept, den Vollsortimenter von Edeka und die Discountmärkte von Aldi und Lidl an einem Platz zu bündeln, ja überzeugt und zu einer politischen Mehrheit im Gemeinderat geführt. «Es ist nicht üblich, dass ein Edeka-Kaufmann einen Aldi- und einen Lidl-Markt baut», beschreibt Schmidt die Zusammenarbeit der drei Grossen in der Lebensmittelbranche unter seiner Führung.

Lob vom Bürgermeister

Höchstes Lob kam vom Bürgermeister. «Die Märkte auf dem BrennetAreal steigern die Attraktivität Bad Säckingens als Einkaufsstadt», sagte er. An die Schmidts appellierte er: «Bleiben Sie ein Familienbetrieb.» Die Weichen dafür sind gestellt. Die Schmidt-Kinder Martin Schmidt, Claudia Schmidt-Maier und Anna Schmidt arbeiten im Betrieb mit.

Für den musikalischen Rahmen sorgte ein Bläserquartett der Jugendmusikschule Bad Säckingen, für den geistlichen Segen der katholische Vikar Martin Metzler.