Einkaufstourismus schwächelt

Zahl der angefertigten Ausfuhrscheine liegt derzeit unter Vorjahresniveau – Maskenpflicht stellt kein Problem dar.

Dennis Kalt
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Blechkolonnen, volle Einkaufswagen, Kassierer am Anschlag – Mitte Juni, am ersten Wochenende nach Öffnung der Grenze, entlud sich der Strom an Schweizer Einkaufstouristen, der zuvor coronabedingt Wochen lang versiegt war, in die Einkaufszentren ennet des Rheins.

Drei Monate danach scheint der Kundenstrom aus der Schweiz etwas abgeebbt zu sein. Dies zeigt sich etwa an der Zahl der abgefertigten Ausfuhrscheine. «Derzeit liegt sie unter dem Niveau des Vorjahres», sagt Mark Eferl, Sprecher vom Hauptzollamt Singen, an dem etwa die Zollämter in Bad Säckingen und Laufenburg angegliedert sind.

Die Beobachtung des Zolls deckt sich mit den Aussagen von Rewe-Sprecher Thomas Bonrath. «Der Kundenstrom aus der Schweiz ist noch nicht auf dem Vorjahresniveau; auch die Besucherfrequenz hat abgenommen.» Dafür würden jedoch in den Rewe-Supermärkten – vertreten mit Filialen in den Grenzstädten Laufenburg und Bad Säckingen – pro Einkauf mehr Waren gekauft.

«Wieder auf dem gewohnten Niveau» ist die Anzahl an Schweizer Kunden in den Kaufland-Supermärkten – mit Filialen in Bad Säckingen und Rheinfelden –, wie Kaufland-Sprecherin in Anna Münzing sagt. Die Einkaufstouristen verteilten sich allerdings gleichmässiger auf die Wochentage. «Ein Grund hierfür könnte sein, dass die Kunden die hochfrequentierten Einkaufstage meiden, um entspannter einkaufen zu können», so Münzing.

Maskenverweigerer stellen gemäss den Einzelhändlern kein grosses Problem dar. Im Tagesschnitt weigern sich zwischen acht und zwölf der insgesamt 50000 bis 60000 Kunden der 14 Hieber-Märkte, eine Maske zu tragen, hiess es an einer Pressekonferenz des Handelsverband Südbaden. Gegen renitente Kunden spricht das Unternehmen Hausverbote aus.

Einwegmasken für ­vergessliche Kunden

«Keine grosse Hürde» stellt das Masken-Obligatorium für Kaufland-Kunden dar, sagt Münzing. Falls ein Kunde vergisst, seine Maske mitzubringen, können in den Filialen Einweg-Masken günstig an der Kundeninformation erworben werden.

Bei Rewe und Kaufland befreien gesundheitliche Ausnahmegründe den Kunden vom Tragen einer Maske. «Diese müssen jedoch mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden», sagt Bonrath.

Um unnötige lange Aufenthalte am Zoll zu vermeiden, sind Einkaufstouristen angewiesen, ihre Ausfuhrbelege vor Betreten des Abfertigungsgebäudes auszufüllen, sagt Eferl. «Kugelschreiber und Plätze zum Ausfüllen stehen daher vor Ort nicht mehr zur Verfügung.»