Frick
«Einheitliche Schule als eigenständige Institution»

Interview mit Götz Arlt, der sich als Schulleiter nach 10-jähriger Tätigkeit an der Volksschule Frick verabschiedet.

Walter Christen
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Er verabschiedet sich: Schulleiter Götz Arlt wirkte während 10 Jahren an der Schule in Frick. chr

Er verabschiedet sich: Schulleiter Götz Arlt wirkte während 10 Jahren an der Schule in Frick. chr

Beginn und Ende liegen diese Woche an der Schule Frick nahe beieinander, denn für die rund 1000 Schülerinnen und Schüler beginnen nach dem letzten Schultag morgen Freitag die Sommerferien – und gleichzeitig beendet Schulleiter Götz Arlt sein zehnjähriges Engagement an der Schule Frick. Er wird seine Erfahrungen künftig bei der Restrukturierung der SekundarstufeI in der Stadt Basel einbringen.

Es sind die besten Voraussetzungen für einen Schulleiter, wenn er Lehrer ist. Trifft das bei Ihnen zu?

Götz Arlt: Nach meinem Studium habe ich die Lehrerausbildung absolviert, den klassischen Bezirkslehrer im Aargau, und zwar am Didaktikum in Aarau. Mein Studium musste ich selber mitfinanzieren und habe daher daneben immer gearbeitet, und zwar in allen möglichen Bereichen der Wirtschaft. Mit 28 hatte ich erstmals Schulunterricht erteilt. Es war für mich ein grosser Kulturwechsel, als ich für zwei Jahre an einer Schule war.

Welche Funktionen insgesamt haben Sie während Ihrer Zeit an der Schule Frick ausgeübt?

Im Jahr 2002 kam ich nach Frick. 2004 wurde ich Stufenleiter mit einer 50-Prozent-Anstellung und 2006 einer von drei Schulleitern an der Volksschule mit einem Vollpensum.

Was führte Sie aus der Region Basel ausgerechnet nach Frick?

Vor meiner Zeit in Frick weilte ich 2001 während eines Jahres in den USA und habe von dort aus eine Stelle gesucht. In Frick bewarb ich mich per E-Mail, was damals eigentlich noch nicht üblich war. Die Ausschreibung war so, dass ich die Chance hatte, meine Fächer zu unterrichten. Dazu auch noch ein wenig Informatik, was mich sehr interessiert. Es war spannend, dass die Schule Frick bereit war, mich aufgrund eines Telefongesprächs anzustellen. Ich spürte, die wollen mich, und habe zugesagt. Obwohl es natürlich von Basel nicht die nächste Schule von meinem Wohnort aus ist.

Hatte schon jemand vorgespurt oder zählten Sie zu den ersten Schulleitern in Frick?

Es gab vorher schon zweimal den Versuch in Frick, die geleitete Schule mit einer Gesamtschulleitung einzuführen. Der Erfolg blieb aber aus. Als man sich von der zweiten Gesamtschulleitung trennte, war ich bereits Stufenleiter. Wir haben intern beliebt gemacht, dass es für Frick vielleicht nicht das richtige Modell sei. Mit der Kündigung der Gesamtschulleiterin wurde schliesslich ein Wechsel vollzogen, hin zu drei Vollzeitschulleitern pro Stufe. Dieses Prinzip mit einer flachen Hierarchie hat sich sehr bewährt. Wir haben etwas diskutiert, beschlossen und es eins zu eins im Kollegium vertreten.

Wie sieht denn die Schulleitertätigkeit in der Praxis aus?

Seit dem Modellwechsel sind alle drei Schulleiter zu 100 Prozent für dieses Amt eingesetzt. Das heisst aber nicht, dass kein Kontakt mehr zur Basis besteht, sprich zu den Schülern. Es gibt ja immer wieder Situationen, um eine Lehrperson in einer Klasse zu vertreten. Es wird auch gerne gesagt, Schulleiter sollten noch eine Unterrichtsverpflichtung haben, damit sie nicht vergessen, woher sie kommen. Ich bin nicht dieser Meinung, weil ich sehr oft in den Schulzimmern bin.

Ein Schulleiter hat mit Lehrpersonen zu tun. Wie intensiv mit den Schülern und den Eltern?

Wir haben die personelle Führung von Lehrpersonen. Mit Jugendlichen und Eltern treten wir in Kontakt, wenn mal etwas schief läuft. Es ist also kein reiner Verwaltungsjob, sondern wir arbeiten mit Menschen.

Welches sind Ihre schönsten Erinnerungen an die Zeit in Frick?

Ich schätzte die vielen Begegnungen mit Menschen aus dieser Region. Sei es an der Schule direkt gewesen oder an den Treffen des Vereins der ehemaligen Bezirksschüler, aber auch bei besonderen Anlässen mit Behördenvertretern von Gemeinde und Kanton. Schöne Momente waren sicher auch dann, wenn wir bei der Realisierung bedeutender Projekte dabei sein durften, wie etwa bei der Einweihung des neuen Schulhauses im Ebnet. Auch die Erarbeitung der neuen Schulordnung, zusammen mit Schülern und Eltern, war für mich ein ganz beeindruckender Prozess.

Sind Sie zufrieden, wie sich die Schule Frick entwickelt hat?

Ja, wir haben einen grossen Schritt getan und ich blicke sehr gerne zurück. Denn ich habe das Gefühl, die Schule Frick ist jetzt in einer Konsolidierung angelangt. Die geleitete Schule ist eingeführt und auf gutem Wege. Wir haben Mitarbeitergespräche institutionalisiert, die ganze Verwaltung systematisiert, Handbücher für die Abläufe verfasst, die systematische Qualitätsarbeit eingeführt und ein Leitbild erarbeitet. Die Schule Frick ist heute einheitlicher und tritt klarer als eigenständige Institution nach innen und nach aussen auf.

Sie hinterlassen ein gewichtiges Erbe. Wie ist Ihre Nachfolge geregelt?

Wir haben gesehen, dass sich durch den Systemwechsel auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe die Bedingungen deutlich ändern werden. Viele Schüler gehen in die Aussengemeinden zurück. Die Schule Frick wird kleiner. Die pädagogische Leitung der ganzen Oberstufe übernimmt jetzt Lothar Kühne. Daneben haben wir ab Sommer mit Max Ernst einen administrativen Schulleiter.
Peter Boss leitet weiterhin den Kindergarten und die Primarschule.

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