Kaiseraugst
Einen Tag lang den Wald in seiner ganzen Vielfalt erleben

Der Natur- und Vogelschutzverein (NVVK), der Gemeindeförster, die Jäger, der Pilzkontrolleur und die Jagdhornbläser möchten alle Interessierten am Waldtag, 9. September, von 10 bis 16 Uhr, informieren und unterhalten.

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Neu gepflanzte Hochstammbäume.

Neu gepflanzte Hochstammbäume.

In Kaiseraugst sind rund 30 Prozent der Gesamtfläche der Gemeinde Wald. Seine Bewirtschaftung lässt sich bis 1557 zurückverfolgen, dem Datum der ersten österreichischen Forstordnung. Im Dreissigjährigen Krieg dann hatte der Wald sehr gelitten, und eine neue Forstordnung sollte ihm helfen, sich zu regenerieren. Der erste aargauische Oberforstrat verfügte 1805, dass jeder Hochzeiter sechs und jeder Vater eines neugeborenen Kindes zwei nützliche Baumarten zu pflanzen und während eines Jahres zu pflegen habe.

Wenige Jahre später wurde die bis dahin übliche Waldweide verboten, damit der Aufwuchs junger Bäume nicht behindert würde. Seit den 1940er-Jahren untersteht die Waldpflege in Kaiseraugst einem Gemeindeförster. Die aktuelle Waldbewirtschaftung hat zum Ziel, sämtliche Waldfunktionen – Erholung, Natur-, Wasser- und Bodenschutz sowie Holzproduktion zu berücksichtigen.

Gezielte Nutzung

Mit gezielter Nutzung soll eine abwechslungsreiche Waldlandschaft gefördert werden, mit allen Altersstufen vom Sämling bis zum Baumriesen – und mit toten Bäumen, die Vögeln und Insekten als Unterschlupf und Futterplatz dienen. Zusammen mit Landbesitzern, Jägern und Naturschützern ist der Förster für die Bildung, Erhaltung und Aufwertung besonders interessanter Waldgebiete besorgt. Wirtschaftlich genutzt wird der Kaiseraugster Wald mit der Menge Holz, die pro Jahr nachwächst.

Vielfältiges Programm

Eröffnet wird der Waldtag bim Waldeingang Roche um 10 Uhr mit einem Ständchen der Jagdhornbläsergruppe «Ergolz». Danach finden stündlich an verschiedenen Ständen Erklärungen und kleine Vorträge zum Thema Wald statt. Die Jäger bieten eine Freisuch-Vorführung mit Jagdhunden an. Weiter gibt es einen Ausstellungs- und Demonstrationswagen und einen Vortrag über Wildbiologie und Sinn und Zweck der Jagd. Der Förster zeigt am konkreten Beispiel die heutige Waldbewirtschaftung. Das Angebot des Pilzkontrolleurs umfasst einen Vortrag, in dem er auch auf Pilzgifte und ihre Wirkungsweise eingeht; dazu eine Ausstellung und die Möglichkeit, selbst gesammelte Pilze bestimmen zu lassen.

Der NVVK informiert mit Ausstellungen, Präparaten und Video über Vögel, Kleintiere, Insekten, Amphibien/Reptilien und Pflanzen. Am Stand «Vögel» kann untersucht werden, was im Gewölle einer Schleiereule zu finden ist, und Kinder können ein Specht-Mobile basteln. Am Stand «Falter/Insekten» gibt es einen Wettbewerb. (AZ)

Infos unter www.nvv-kaiseraugst.ch