Die original Chaischter Strassenfasnacht, das war auch an diesem Sonntag wieder: ausgelassen närrisches Treiben auf und um den Dorfplatz, schräge Musik, gruselige Masken, fantasievolle Kostüme, Schabernack treibende Cliquen, umhertollende Kinder und ein kleiner, aber feiner Umzug mit acht Vereinen und Gruppen aus Kaisten.

Unüberhörbar führten die Iiskönige der «Prototype» mit fetziger Guggenmusik den Umzug an, gefolgt von Elferrat und den Chaischter Haldejoggeli mit ihren schaurig schönen Häs, schwarz-rot-gelben Zottelhaar, blauen Burgunderjacken und schwarzen Hosen. Hinter ihnen die Sonnenblumenkinder der Klasse 2A der Schule Kaisten.

Die nicht mehr ganz taufrischen Herren der «Alten Garde» feiern in diesem Jahr ihr 40-Jahr-Jubiläum und meinten: «Mer säge nüt...». Es darf bezweifelt werden, ob sie das durchhalten. Die Damen des Frauenturnvereins kamen als gelbverkleidete «Starlets» daher, die Musikgesellschaft Kaisten meinte: «Ohren auf» und zugehört. Was sich auch unbedingt lohnte.

Der Wagen der «Himmlischi Beiz» hatte alles an Bord, was an Personal von «da oben» aufzutreiben war, die Nachbarschaftsfrauen präsentierten sich als eine recht wüste Chaotentruppe. Wie schon all die Jahre zuvor lag die Organisation der närrischen Tage in den Händen des Elferrates, der Chaischter Haldejoggeli sowie anderer Ortsvereine.

Dazu gehörte nicht nur die Strassenfasnacht, sondern Hurliball, Tschätter- und Guggenmusikauftritte, Narrenlaufen (morgen Dienstag), Kindermaskenball bis hin zur Verbannung des Joggeligeistes am Faschingsdienstag.

Schnitzelbänke begeisterten

Das Motto der diesjährigen Fasnacht ist: «E himmlischi Fasnacht, eifach guet». Das allerdings stimmte am Sonntagnachmittag nur bedingt. Denn zu Beginn der Darbietungen der am Umzug beteiligten acht Dorfvereine öffnete Petrus alle Schleusen und die Reihen der Zuschauer lichteten sich spürbar. Doch die Akteure liessen sich die Laune nicht verhageln.

Mit lustigen Sprüchen und Gesang begeisterten die Schulkinder, ebenso wie die Musikgruppen mit ihren Extraeinlagen. Die «Alte Garde» nahm spöttisch den Gemeinderat und das Dorfleben aufs Korn. Die Damen des Frauenturnvereins und die Gruppe «Bäsebeiz» ernteten mit ihren Schnitzelbänk viel Gelächter.

Gemütlich und vor allem trocken wurde dann in der Mehrzweckhalle und in den Gaststätten weitergefeiert.