Wallbach
«Eine sachliche, geregelte Diskussion ist unter diesen Umständen nicht möglich»

Im Vorfeld der Referendumsabstimmung vom 30. Juni über die Umzonung der Novoplast AG in Wallbach wird mit harten Bandagen gekämpft. Nach Angaben der Novoplast-Unternehmensleitung weist nun «die politische Diskussion juristische Komponenten» auf.

Walter Christen
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Die Novoplast AG in Wallbach zeigt am Freitag im Rahmen eines Tages der offenen Tür ihre Produktionsanlagen der Bevölkerung. – Foto: chr

Die Novoplast AG in Wallbach zeigt am Freitag im Rahmen eines Tages der offenen Tür ihre Produktionsanlagen der Bevölkerung. – Foto: chr

Nein sagten 190 Wallbacherinnen und Wallbacher an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 12. April zur beantragten Umzonung des Industriegebiets Novoplast AG in eine Wohnzone W2.

In jener geheimem Abstimmung votierten hingegen 169 Stimmberechtigte für die Zonenänderung. Da der Beschluss dem fakultativen Referendum unterstand kam es zu einer Unterschriftensammlung.

Es bildete sich ein Komitee, das am 14. Mai im Gemeindehaus 395 Unterschriften für das Referendumsbegehren deponierte; bereits 132 Unterschriften hätten ausgereicht.

Im Hinblick auf die bevorstehende Urnenabstimmung wollen das Referendumskomitee und die Novoplast AG in Wallbach diesen Freitag, in der Zeit von 16 bis 20 Uhr, einen Tag der offenen Tür auf dem Areal der Novoplast durchführen.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Wallbach sind eingeladen, sich vor Ort noch einmal ein Bild über den aktuellen Betrieb sowie das geplante Wohnquartier zu machen.

Im Rahmen der Veranstaltung war ursprünglich auch eine Podiumsdiskussion mit Befürwortern und Gegnern der Umzonung geplant. «Bedauerlicherweise hat die politische Diskussion um die Zukunft des Novoplast-Areals vergangene Woche eine juristische Komponente erhalten», teilte das Unternehmen nun der Aargauer Zeitung mit.

Auch wenn die Novoplast unterstreicht, dass sie zu allen getätigten Aussagen stehe und diese auch jederzeit in einem juristischen Verfahren standhalten würden, seien die Verantwortlichen, in Absprache mit dem Referendumskomitee, zum Schluss gekommen, dass «eine sachliche, geregelte Diskussion unter diesen Umständen nicht möglich» sei.

Das Podiumsgespräch werde deshalb nicht in der geplanten Form stattfinden.

Um den offenen und informativen Charakter der Veranstaltung trotz dieser Absage zu wahren, werde am Tag der offenen Tür stattdessen beiden Seiten, also den Befürwortern der Umzonung, als auch den Gegnern, die Möglichkeit eingeräumt, einen Informationsstand zu betreiben, an dem mit interessierten Wallbacherinnen und Wallbachern ein Austausch stattfinden könne.

Das Referendumskomitee «Wallbach erhält Mehrwert» sowie die Novoplast AG wollen mit diesem Anlass einen Beitrag zur Meinungsbildung zu leisten.