Effingen
Eine Reise durch zwanzig Jahre Eisenkunst

Eisenkünstler Daniel Schwarz aus Effingen schaut in seinem Buch «Eisenzeit» in seine Vergangenheit. Darin begegnet der Leser Tieren, Verkehrskreiseln und Bronzestatuen. Seine Beziehung mit Eisen kommt nicht von irgendwo.

Ingrid Arndt
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An seiner Buchvernissage muss Eisenkünstler Daniel Schwarz einige Bücher signieren. ari

An seiner Buchvernissage muss Eisenkünstler Daniel Schwarz einige Bücher signieren. ari

Grosse Worte um seine eigene Person zu machen, das war noch nie die Sache von Eisenkünstler Daniel Schwarz. Ebenso wenig, Belehrungen über den Sinn seiner Kunst oder der Kunst überhaupt zu erteilen.

Kunstwerke sollten für sich selber sprechen, anregen, nachdenklich machen, Geschichten erzählen oder einfach nur Freude bereiten, ist sein Credo. «Seit zwei Jahrzehnten mache ich nunmehr gutes Zeugs», sagt Schwarz von sich selbst.

Dabei gebe stets eine Idee die andere, vom Himmel aber falle nichts. 20 Jahre fand er jetzt, können eine kurze oder auch lange Lebensphase sein, je nach Betrachtungsweise. Ein Abschnitt vielleicht, an dem es sich lohne, innezuhalten und zurückzublicken. So entstand die Idee zum Buch «Eisenzeit», mit vielen Fotografien und Texten.

Als gelernter Huf- und Wagenschmied konnte er dem Eisen schon immer auch viel sinnliches, inspirierendes abgewinnen. Er probierte viel mit diesem Metall, Vorstellungen waren reichlich vorhanden. Dazu kamen ein gutes Auge für Proportionen, ein wacher Geist, reichlich Neugierde, ein gutes Gefühl für die Melodie von Form und Farbe kombiniert mit Witz und Humor.

In seinem Buch «Eisenzeit» nimmt Schwarz den Leser mit auf einen Spaziergang durch die unterschiedlichsten Perioden seines 20-jährigen Schaffens. 1994 galt sein Interesse vor allem den Vierbeinern, er nennt diese Jahre die «Tierische Zeiten». Schlagzeilen machte er damals mit seinem imposanten Elefanten. Jeder aus der Region kennt auch das lebensgrosse Pferd vor der Post in Bözen.

Kurz nach der Jahrtausendwende begann die «Kreiselzeit». Nicht wenige Werke von ihm auf den Verkehrsinseln sind gestalterische Hingucker. Der Dino in Frick ist zu einem markanten Markenzeichen der Gemeinde geworden ebenso wie die grazile Libelle in Niederrohrdorf. Ab 2006 begann sich der damals 40-Jährige mit Bronze auszuprobieren, eine völlig andere und gelungene Herausforderung. Feine zartgliedrige Skulpturen entstanden.

Und so hatte jede Zeit ihre eigenen Besonderheiten. Kunst als Teil eines sinnlichen Erlebens kennzeichnete die «Eventzeit» ab 2008. An «Jahreszeiten» wird Schwarz oft beim Anblick des Eisens erinnert, mal an die kühle Helligkeit des Winters oder durch das warme gelb-braun an den Sommer. Es könne Himmel und Erde verbinden, mit Kontrasten spielen, Leuchtkraft entwickeln.

Eine spannende Aufforderung, damit zu experimentieren. Die ausdrucksstarke Dynamik von Begegnungen hält er in Objekten der «Mannlizeiten» fest, den Schlüssel zum Erfolg findet er immer wieder in den «Poetischen Zeiten». Alles in allem ist «Eisenzeit» ein Buch geworden, das nicht nur kurzweilig zu lesen und anzuschauen ist, sondern auch einen interessanten Blick hinter die Kulissen erlaubt.

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