Kaiseraugst

Eine Nacht, 14 Bühnen, 400 Musiker — die erste «Lange Nacht der Musik»

Das Organisationskomitee der ersten «Langen Nacht der Musik» in Kaiseraugst mit (v.l.) Valentin Sacher, Dieter John, Clemens Schmid, Katja Widrig, Samantha Freivogel, Andreas Schätti und Dirk Meiwes.

Das Organisationskomitee der ersten «Langen Nacht der Musik» in Kaiseraugst mit (v.l.) Valentin Sacher, Dieter John, Clemens Schmid, Katja Widrig, Samantha Freivogel, Andreas Schätti und Dirk Meiwes.

Die erste «Lange Nacht der Musik» soll im nächsten Juni Tausende Besucher ins Dorfzentrum Kaiseraugst locken. Das Organisationskomitee plant dabei einen vielfältigen Abend mit Musikern aus ganz unterschiedlichen Stilrichtungen.

Die Organisatoren überlassen es Sareena Overwater, den Anwesenden einen kleinen Vorgeschmack auf das zu geben, was da im Juni auf Kaiseraugst zukommt. Die Basler Singer-Songwriterin, mit bürgerlichem Namen Sereina Kessler, trägt zu Beginn der Medienkonferenz ihren Song «Hadrians Wall» vor – ein Lied, benannt nach einer römischen Mauer, die heute England von Schottland trennt. «Ich dachte mir, das Lied passt zu Kaiseraugst, das ja selbst viele Fundstellen aus Römerzeit hat», so die Künstlerin.

Overwater wird im Sommer eine von vielen Musikerinnen und Musikern sein, die in Kaiseraugst auftreten: Am 2. Juni, ab 16 und bis 2 Uhr, findet im Dorfkern die erste «Lange Nacht der Musik» statt. Diese Woche informierte das siebenköpfige Organisationskomitee die Medien und Anwohner über den «kulturellen Grossanlass», wie Präsident Clemens Schmid ausführte.

Musikmeile im Dorfkern

Im alten Dorfkern – entlang der Dorfstrasse und in verschiedenen Seitenstrassen – soll eine verkehrsfreie Musikmeile entstehen: 14 Bühnen, teilweise im Freien, grösstenteils in Lokalitäten, auf denen parallel über 30 Musik- und Tanzgruppen mit insgesamt über 400 Teilnehmern auftreten.

«Natürlich wird es beim Anlass auch ein kulinarisches Angebot geben», sagte Schmid. Auf dem Schulhausplatz etwa ist ein grosses Festzelt mit Wirtschaft geplant und auch verschiedene Vereine und Institutionen aus dem Dorf werden mit einem Angebot aufwarten. «Beim Anlass handelt es sich aber nicht um ein klassisches Dorffest. Es soll ganz klar die Musik im Vordergrund stehen», so Schmid.

«Wir wollen Musikern mit ganz unterschiedlichen Stilrichtungen und Hintergründen eine Plattform bieten – und dem Publikum die Möglichkeit, einen vielfältigen Abend zu verbringen. Eine Möglichkeit, vielleicht etwas Neues von ganz nah zu erleben.» Tickets sind für 19 Franken für Erwachsene und 9 Franken für Kinder erhältlich.

In München abgeschaut

Am Anlass wird es unter anderem eine Klassik- und eine Chor-Bühne, einen Soul-«Schopf» und einen Jazz-Keller geben. Ganz speziell: Einige Konzerte werden auf der Fähre zwischen Kaiseraugst und dem deutschen Wyhlen gespielt. Auch volkstümliche Musiker, junge Talente sowie die Musikschule werden auftreten.

Unter den Musikern sind einige grössere Namen, etwa Nicole Bernegger. Sie ist unter anderem bekannt als Siegerin der SRF-Show «The Voice of Switzerland». Später gewann Bernegger einen Swiss Music Award, spielte als Opener für Simply Red eine Arena-Tournee in Deutschland und tourte für ihre beiden Solo-Alben ausgiebig durch die Schweiz und das nahe Ausland. Inzwischen ist sie mit einer neuen Band unterwegs.

Das Konzept ist an die «Lange Nacht der Musik» in München angelehnt. «Ich war beruflich längere Zeit in München und kannte den dortigen Anlass», so Schmid. Sein Vorschlag, ein ähnliches Konzept für Kaiseraugst auf die Beine zu stellen, fand grossen Anklang. Auch bei der Gemeinde und den Ortsbürgern, die den Anlass sowohl finanziell als auch mit Infrastruktur unterstützen.

Künftig alle zwei Jahre?

Die Organisatoren arbeiten mit einem Budget von rund 120 000 Franken und rechnen mit einigen tausend Besuchern. «Das Echo aus dem Dorf ist gross», sagt Schmid. «Ich habe den Eindruck, die Leute freuen sich auf den Anlass.» Aber auch aus der Umgebung sollen Besucherinnen und Besucher angelockt werden – Muttenz, Pratteln, Augst, das untere Fricktal und die deutschen Nachbargemeinden nennt Schmid als Einzugsgebiet.

Funktioniert das Konzept, soll die «Lange Nacht der Musik» künftig alle zwei Jahre stattfinden. Die Organisatoren haben zu diesem Zweck einen Verein gegründet. «Es wäre toll, wenn wir uns damit einen Namen machen könnten», so Schmid.

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